Mannheim
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Blau-Weiss-Blätter · 1914-07-01 · 4 (7.1914) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
4 (7.1914)
Date
1914-07-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Blais-Weiß-Blätter 13 schieden worden. Nun wollten wir abkochen. Da jedoch in der Nähe kein Wasser zu finden war, beschlossen wir, bis nach Seckenheim weiterzugehen und hier unser Mittagessen zu verzehren. Dort angekommen, schickten wir drei Leute ab, um Wasser zu fassen. Wir stellten an der Eisenbahnbrücke Seckenheims einen Posten auf, welcher ihnen den Weg zu unserem Rastplatze zeigen sollte. Plötzlich kam ein kleiner, zottiger Hund des Weges, welcher an dem Posten emporsprang. Dieser, ein großer Tierfreund, streichelte das Tier, und dieses wurde sehr zutraulich. Als der Posten zu unserm Lagerplatz zurückkehrte, ging der Hund mit ihm Der Tierfreund gab ihm zu essen und zu trinken. Die anderen jedoch waren den Hund gern losgewesen. Deshalb trieben sie ihn, als der Posten sich fern befand, mit Hedad einen kleinen Abhang hinauf, auf welchen die Landstraße führte. Diese Straße kamen gerade drei Leute, auf welche der Hund schweifwedelnd zusprang. Die Leute waren sehr erfreut und sagten uns, daß der Hund einem Matrosen ihres Schiffes gehöre, und nahmen den Hund, welcher Max hieß, mit sich. So hatte er durch unser Hedad seinen Herrn gefunden. Hedad! Alfred Blüm (Quartaner), Mannheim Die Menorah*! Don Theodor herz l. Es war ein Mann, der batte die Not, ein Zude zu sein, tief in der Seele empfunden. Seine äußeren Umstände waren nicht unbefriedigend. Er hatte sein genügendes Auskommen und auch einen glücklichen Beruf, indem er das schaffen durste, wozu ihn sein herz hinzog. Er war nämlich Aünstler. Um seine jüdische Herkunft und den Glauben seiner Väter hatte er sich schon lange nicht mehr gekümmert, als der alte haß unter einem modifchett Schlagworte sich wieder zeigte. Mit vielen anderen glaubte auch unser Mann, daß die Strömung sich bald verlaufen werde. Aber es wurde nicht bester, sondern stets ärger, und die Angriffe schmerzten ihn immer von neuem, obwohl sie ihn nicht unmittelbar betrafen; so daß nach und nach seine Seele eine einzige blutende U?unde war. Es geschah ihm nun, daß er durch diese inneren und verschwiegenen Leiden auf deren Quelle, also auf sein Judentum hingelenkt wurde, und was er in guten Tagen vielleicht nie vermocht hätte, weil er davon schon so ferne war: er begann cs mit einer großen Innigkeit zu lieben. Auch von dieser wunderlichen Zuneigung gab er sich nicht gleich deutliche Rechenschaft, bis sie endlich so mächtig war, daß sie aus dunklen Gefühlen zu einem klaren Gedanken erwuchs, den er dann auch aussprach. Es war der Gedanke, daß es aus der Zudennot nur einen Ausweg gebe, und zwar die Heimkehr zuni Judentum. Als dies feine besten Freunde erfuhren, die sich in ähnlicher tage befanden, wie er selbst, schüttelten sie über ihn die Aöpfe und meinten, er wäre in seinem Geiste verwirrt geworden. Denn wie *) Am 3. Juli sind seit dem Tode Theodor Herzl's, bcffcu Andenken von dttcit Juden ohne Unterschied der l?arteirichurng hochgehallen wird, zehn Jahre verstrichen. — Herz! schildert in dem folgenden Aufsatz, wie er, der dem Indentum völlig entfremdet war. den LDeg zu seinem Dolke zurückscnrd^

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