Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 4 (7.1914)
- Date
- 1914-07-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 B2au-Weiß-Blätter insbesondere das Judentum bietet, achtlos, gedankenfaul vorübergehen, sondern unser Bestreben muß es sein, uns mit Altersgenossen zwanglos auszusprechen. Auf den Fahrten freilich haben wir anderes zu tun, als zu diskutieren. Aber wir älteren jüdischen Schüler und Wanderer brauchen daneben auch Stätten zur freien Aussprache über jüdische und menschliche Fragen. Salo Rick, Berlin. Unser Sommerfest Wir sind zum erstenmal an die Oeffentlichkeit getreten; auf der Starkenburg bei Heppenheim, der Wahrburg des hessischen Landes, ertönten einen ganzen Tag lang judische Lieder, wehte unsere blau-weiße Fahne, wurde in Vorträgen und Ansprachen unserer stolzen Vergangenheit und der Zukunft, wie wir sie erwünsehen, gedacht. Es war der 17. Mai, der gleiche Tag also, an dem der jüdische Turnverein Bar Kochba in Berlin seinen neuen Sportplatz einweihte, zu dem auch wir einen Ruf an alle Eltern unserer Wanderer und viele andere hatten ergehen lassen. Sie sollten kommen und sehen, wie wir unsere Rasten feiern. Damit wa* der äußere Rahmen für die Feier gegeben. Das Fest sollte ein möglichst genaues Abbild der Rasten auf den Wanderfahrten und unserer Spiele bieten. Wir lagerten zwanglos nach Zügen geordnet, spielten und sangen, und Festesfreude und Begeisterung lag über allem. Fast zwanzig Neuaufnahmen durften wir verkünden, und eine ganze Reihe von Bezalel- und Blau-Weiß-Nadeln heftete der Führerschattsteiter an manche junge, freudig pochende Brust. Das Wertvollsie an dem Feste war für uns aber dies: Wir durften den Eltern unserer Wanderer zeigen, wie es bei uns zugeht. Auf gegenseitiges Vertrauen, auf das Gefühl» daß wir das Beste und nur das Eine wollen, in unseren Jungen Verständnis und Freude an der Natur zu erwecken, darauf wollen wir uns stützen und darauf freudige Zuversicht aufbauen und altem Mißverständnis und allem offenen oder geheimen Widerstreben zum Trotz weiterarbeiten; Wir wissen, daß wir notwendige Ertüchtigungsarbeit leisten, und die helle Freude, die aus den Augen unserer Jungen herausleuchtete* wird uns Ansporn sein weiterzuschreiten. Zu dem Gelingen des Festes trug wesentlich bei, daß jede Minute vorher in Sitzungen der Führerschaft durchbesprochen war. jeder Führer wußte ganz genau, was er in jeder einzelnen Minute zu tun hatte, jede Möglichkeit war vorher genau beraten und erwogen worden. So konnte jedes Durcheinander vermieden werden, jeder stand an seinem Platze und stellte sich mit Hingabe und Liebe in den Dienst des Gelingens. Ein schönes Fest ist jetzt vorbeigeklungen, voll Harmonie und Freude. Wir haben allen zu danken, denen, die kamen und denen, die mitwirkten. Jeder Einzelne fühlte sich als Teil des Ganzen. Das verschaffte uns diesen schönen Erfolg. Unseren lieben Wanderbünden an anderen Orten können wir nur den -dringenden, aus eigener Erkenntnis heraus geborenen Rat geben, ähnliche Feste zu feiern; sie werden es nicht zu bereuen haben Nur auf diese Weise» durch die Tat, können wir zeigen, welch Geistes Kind wir s i nd. Dr. Otto Simon Mannheim. Was Hedad wirkt! Frühmorgens waren wir ausgezogen, um unser Kriegsspiel im Friedtichsfelder Wald zu machen. Schön in Mannheim waren wir in zwei Abteilungen geteilt worden. Das erste Kriegsspiel war zu unseren Gunsten ent-