Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 4 (7.1914)
- Date
- 1914-07-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Blau-Weiß-Blätter steckt, nicht das bißchen Zeit und Mühe aufwenden wollen, um Schwimmen zu lernen?! Engstes Zusammenleben in der Natur und mit der Natur,, das erstreben wir. Uns die Natur zu erobern, soweit es mit unseren natürlichen Kräften möglich ist, ist unsere vornehmste Aufgabe. Weil es nur eine Anwendung natürlicher Kräfte und Anlagen ist, darum ist Schwimmen weit mehr eine notwendige Wandereigenschaft als die Kunst des Schlittschuh^ laufens oder Skifahrens, die der Unterstützung durch technische Hilfsmittel bedarf. Der freie Mensch in der freien Natur, das ist der Wanderer! Darum muß er ein Schwimmer sein. Denn erst dann ist er gegenüber der elementaren Naturgewalt des Wassers ein Freier. Ich möchte einmal fnicht immer) mit zwanzig Jungen wandern. Und ich möchte es erleben, daß unter ihnen keiner ist, der nicht schwimmen kann. Und wenn sie sich dann in ihrem nackten Mut und Uebermut in den Wogen eines stillen Waidsees tummeln — wäre es nicht ein Bild erwachender Freiheit, wie es schöner vor mir noch keiner gesehen hätte? Felix Pulvermacher. Berlin Blau=Weiß und Jugendkultur*> Wir älteren Wanderer des Blau-Weiß werden oftmals von unseren Schulkameraden oder Freunden aufgefordert, zu der Anfangs-Bewegung irgendwie Stellung zu nehmen. Viele von uns sind sich nicht klar darüber, nach welcher Richtung hin sie sich entscheiden sollen, und andere wieder sind mit der Frage noch nicht so vertraut, um sie überhaupt beantworten zu können. Diese Bewegung wurde von Dr. Wyneken ins Leben gerufen. Der bekannte Schulreformer hat sich den Kampf für die freiheitliche Entwicklung des höheren Schulwesens zur Aufgabe gemacht. Er will „die'Betreiung der höheren Schule von'veralteten Bildungsstoffen und -methoden und von einer veralteten Disziplin". Nur für dieses Ziel allein trat er in seinen Schritten* die 1908—10 erschienen, ein. In seinen späteren Veröffentlichungen aber (Schule und Jugendkultur. — Was ist Jugendkultur?) ging er einen Schritt weiter: er stellte ganz neue Theorien über „Jugend" und Aufgaben der Jugend auf. Er sagt:" Die Menschheit zerfällt in drei Altersklassen; die Kindheit, die etwa bis zum fünfzehnten Lebensjahr reicht die Jugend, die bis zur iWitte des dritten Jahrzehnts dauert, und das Alter. Diese drei Menschenklassen sind einander völlig gleich- *) Der nachstehende Aufsatz. enthält nicht das Iet2te Urteil» das über Wyneken und seine Ideen zu fällen ist. Er trifft aber in der instinktiven Ablehnung jener Bestrebungen sicher das Richtige. RR.