Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 4 (7.1914)
- Date
- 1914-07-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Blau Weiß-Blätter 9 Dörfer und nehmen einander auf, wie ein Bruder den andern. So hängen sie an dem Land, und ihr Wandern ist noch anders als der jüdischen Jungen hierzulande. Jeder Berg, jeder Halm fast erscheint ihnen verklärt, weil man die Helden überall um sich glaubt, David und Bar-Kochba, Judith und Deborah. Diese Spannung und Freude beseelt sie dort alle, und der Boden, der die Schicksale des jüdischen Volkes sah, formt sie um zu neuer Kraft. Walter Preuß9 Berlin Vom Schwimmen Eine Horde Blau-Weißer kommt in der Sonnenglut des Weges,; Man sieht es ihnen an: sie haben heute schon etwas geleistet.' Der Stimmung sind einige Tropfen Galgenhumor beigemischt, und der Führer läßt zur Ermunterung die sogenannten Erbau-: ungslieder. wie „ein klein, zwei klein, . . oder „auf der Mauerauf der Lauer . . .u singen. Da ein Freudenschrei: Thalatta! Ein Skeptiker meint: „Es ist bloß ein Tümpel**. Und nun geht S; auf einmal los, und der See wird unter Hedadrufen gestürmt, als wenn es gälte, alle unsere Gegner mit einemmal wegzufegen. Bald ist eine schöne, schilffreie Stelle gefunden; und nun Rucksack, Kluft und das klatschnasse Unterzeug runter und dann--— Ja Helmut! Fritz! Was ist denn mit euch los?! Die beiden sind sonst immer die Fröhlichsten. Jetzt stehen sie beide da; jeder tippt ab und zu mit der Fußspitze ins Wasser und dann sagen beide übereinstimmend: „brrr, es ist kalt**. Man merkt es sofort, die sind das Baden nicht gewöhnt. Ganz anders ein kleiner iNeuling, der mir schon den ganzen Vormittag vom Schwimmen und Baden vorgeschwärmt hatte. Platsch, hegt er drinnen und strampelt und wälzt unter eben erst gelerntem Hedadquietschen gewaltige Wassermengen gegen die beiden Zaghaften. Ein anderer schreit: „Seht mal, wie das GetthQ ins Wasser kriecht!** Es waren meine beiden kräftigsten Jungen, auf jeder Fahrt zu allen wilden Taten bereit. Und jetzt konnten und durften sie nicht mitmachen, weil sie nicht schwimmen konnten, während wir anderen prustend und strampelnd allerlei Spiele im Wasser begannen Wo und wann das geschah, will ich lieber nicht ge^ nauer sagen. Es ist schon Strafe genug, daß sie damals nicht mittun durften. Aber ich glaube, es gibt eine ganze Menge von Wanderern, die sich in derselben Lage befunden hätten, wie sie, und jeder soll sich recht tüchtig schämen. Blau-Weiße, die nicht schwimmen können! Wie kann man es verstehen, daß Jungen, denen das Wandern in den Gliedern