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Blau-Weiss-Blätter · 1914-07-01 · 4 (7.1914) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
4 (7.1914)
Date
1914-07-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Blau-Weiß-Biätter 7 geben, als sie braucht. Wir wollen auf ihre Schönheit achten^ und jeder die Vase geben, die in Form und Farbe zu ihr paßt — wie wir uns das Kleid wählen, das uns steht! — Wir werden die Blume von eigenartigem Bau, von besonderer Art, einzeln stellen; und die, die in der Masse mit anderen zusammen wirken, zum Strauß binden. — Die Blume ist der schönste Schmuck, den wir besitzen, ein lebender Schmuck! Wir können Kunstwerke schaffen mit ihr, können draußen die schönsten Kränze winden und für uns zu Hause zur Zierde unserer Wohnung Sträuße binden, und dem lichtlosesten Stübchen einen Schein Schönheit geben!*) Nur wer an diese Dinge denkt, nur wer sich einfühlt in das Leben der Blumen, soll Blumen pilücken. Und nur, wer Maß halten kann! Es ist etwas häßliches, sich auf alles, was man findet, zu stürzen und es abzureißen! Wir selbst müssen's empfinden, was und wieviel wir pflücken dürfen! Denn pflücken dürfen wir! Die Blume, die wir von unserer Fahrt mit heimbringen, erzählt uns ja die ganze Woche noch davon, gibt uns in der Großstadt den Hauch des Waldes, den Duft der Wiesen, gibt uns das Glück des Naturgenusses! Käte Frey er, Münch* : Auf die Bodenschneid Wir gehen hintereinander, in größeren Abständen, auf einem schmalen Felspfad. Auf beiden Seiten fallen die Felswände schroff ab. Unten leuchtet in tiefblauer Farbe der Spitzingsee, in der Ferne erglänzt der Spiegel des Schliersees. Um uns die tote, erhabene Schönheit der Alpen. Der Himmel hat sich mit Wolken bedeckt. Klar und scharf zeichnen sich die Umrisse der Berge am Horizont ab. In der unteren Zone umgrenzt sie ein Gürtel von Latschen. Der obere Teil ist meist kahler Fels, der : zerklüftet, durchfurcht und rissig ist. Aus allen Spalten leuchtet der weiße Schnee hervor. Unter uns wogen graue Nebel auf und nieder. Nichts Lebendiges zeigt sich. Jetzt ein Rauschen über uns. Es ist ein Geier, der seine mächtigen Schwingen entfaltet hat. Bald ist das majestätische Tier unseren Blicken; entschwunden. — Alle Selbstüberhebung und Einbildung verschwindet gegenüber dieser gewaltigen, göttlichen Natur. Und doch beschleicht uns das stolze Gefühl, etwas geleistet zu haben. Und wir freuen uns, daß es uns vergönnt ist, all diese Herrlichkeiten mit eigenen Augen sehen zu dürfen. Anny FrSnket, München *) Ihr Berliner, schaut Euch einmal den Blumenladen von Franziska Bruck*, Potsdamer Strasse, an, die das Blumenbinden so besonders fein versteht!

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