Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 3 (6.1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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BJau-Weiß-BläUer 13 frohes zu erzählen — nicht nur mit den anderen Wanderern—: habt ihr schon einmal vernommen, was ein Vogel für wundersame Dinge zu sagen weiß? Oder habt ihr das Lied gehört, das der ganze Wald anstimmt, wenn der \Vrind durch seine Wipfel fährt? Da merkt auf, da gibts viel Schönes zu erfahren. Und macht die Augen weit auf, und schaut die schönen* Blumen an — wer von euch kann wohl den schönsten, farbigen Strauß zusammenstellen?*; — Und noch so viel andre Dinge wollen;: euch da draußen etwas sagen, macht euch nur bereit, sie zu hör£n und zu schauen! Aber auch ihr bringt euer Teil mit zur Wanderung, vielleicht ein hübsches Lied, eine Geschichte, die ihr neu gehört,, oder gar euch selber erdacht habt. Oder erzählt etwas aus der - jüdischen Geschichte, — oder bringt gute neue Gedanken zum gemeinsamen Spiel mit! Also, auf euch kommts an, auf jeden einzelnen — auf, das, was er herbeiträgt an Ideen,- an Frohsinn,-an Willen zum 'Gelingen der Wanderfahrt, und auf das, was er mit heim nimmt, von erlauschten und erblickten Schönheiten! Hedad! -- Käte Freyer, München *j Anm. Sollen Blau-Weiße Blumen pflücken? Das ist eine Frage, übendie man nachdenken kann. Vielleicht teilt ein Fuhrer oder Wanderer einmal, mit, was er da2u meint. F. R. Eine Fahrt der Münchener Mädel Fein war's, wie wir 25 tapfere Rädels vom Ostfriedhof dem Deisenhofener Wald zuzogen. Aber vielleicht wäre es doch noch gemütlicher geworden, wenn's weniger gewesen wären, wie die kleine, lustige OHne am Heimabend ganz schalkhaft bemerkte. Schöne Marschlieder erklangen, bis wir in den Wald kamen. Wir haben noch andere schöne Marsch- und Volkslieder, die nicht im Blau-Weiß-Liedeiblatl stehen, und wenn ihr Berliner sie gern wollt, so schicken; wir sie euch mit dem größten Vergnügen. — Nahe Wörnbrunn machten wir unsere große Rast. Da wurde ein sonniges Fleckerl zum Braunwerden ausgesucht, ein schönes Stück Wald, eine greße Spielwiese, eine kleine Quelle und ein feiner Kochplatz, alles ganz nahe beisammen, und erst dann waren wir zufrieden. In einem großen Hafen wurde Kakao gebraut, und dann gab's noch Rühreier. Aber wir machen kein Hordenkochen mehr, denn da wird niemand satt. Vier oder fünf Mädels sollen eine Kameradschaft bilden und auch bei größeren Fahrten zusammen schlafen. Wir ruhten dann ein wenig, und nun ging's ans Spielen: verschiedene Stafetten laufe, Dreischlag und Turnübungen die man ohne Gerät machen kann, wie Handstand, Rad, wurden ausgeführt Und nun gingen wir wieder der Stadt zu, natürlich auf einem anderen Weg. Wir waren an dem Tage so frohen Mutes und sangesfreudig, daß wir bis „Giesing* kamen und da erst merkten, daß es schon 7 Uhr war. Acht Stunden, fast ein wenig viel, gingen wir an dem Tag. Keines der Mädel war müde geworden, und der ganze Tag hat uns nur ein Fünferl gekostet, nämlich unsere Fahrtensteuer. tleony Feuchtwanger, München Bei den Turnern Wir sind anders als die Turner, aber sie sind unsere Freunde. Auf anderen Wegen streben wir dem gleichen Ziel zu. Auch sie wollen die jüdische