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Blau-Weiss-Blätter · 1914-06-01 · 3 (6.1914) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
3 (6.1914)
Date
1914-06-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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12 Vom Kriegsschauplatz. Aus meinem Tagebuch . . . . Siegreich wollen wir die Feinde schlagen, sterben als ein tapfrer Held. — Lautlos lagen die Blauen in ihrer Burg in einer tiefen Sandgrube an der Bismarckwarte. Kampfbegierig erwartete jeder den Angriff des bedeutend stärkeren Feindes, der Roten. SchneJl wurde eine Patrouille aus der ersten Kompagnie zusammengestellt: eine Turmwache, bestehend aus einem Gefreiten und zwei Mann, bewaffnet mit „doppeltem AugeM und Signalhorn. „Das Auge des Gesetzes" bestieg mit aller Würde eines Soldaten, der noch nicht geschlagen ist, den Turm. Nach ziemlich langem Ausblick wurde der Feind in Gestalt von wandelnden Bäumen, dann als sturmende Masse gesichtet. Ein Signal — und die Unsrigen waren von der bevorstehenden Gefahr benachrichtigt j Batd^warfen sich die Roten in Position und schützten einen Angriff vor» der mit einem Scheinangriff beantwortet wurde. Unverrichteter Sache zogen die Feinde mit großem Lärm wieder ab. Nach langem Zögern brach endlich eine Abteilung von uns „in Wehr und Waffen" auf, um den Feinden den Weg zu ihrer „Stadt* abzuschneiden. Jedoch hatten uns die Feinde bemerkt und empfingen uns mit einem wahren Freuden- und Wutgeheul. Jeder wollte kämpfen, keiner aber angreifen. Da — die Zeit des Kriegszustandes war bald abgelaufen, — erschienen Schiedsrichter und feuerten uns, die um ungefähr 15 Mann im ganzen Schwächeren, an, uns auf die Feinde zu werfen. Zu einem wirren Knäuel zusammengeballt, bewegten wir uns auf die Feinde zu. In der tiefen Grube ihres Lagers folgte dann ein Gemetzel, in dem man nicht mehr den Kameraden vom Feinde unterscheiden konnte. Auf ein Signal hin nahmen wir einen Anlauf, und — siehe da — die Feinde nahmen Reißaus. Eine wilde Verfolgung begann. Des Weges nicht achtend stürzten wir die Berge hinunter, wobei sich einige überschlugen, an einen Baum prallten und so elend umkamen .... Doch plötzlich Halt! Kurz vor uns hat die gesamte Macht der Feinde gegen uns Front gemacht. Ein heftiges Treffen folgte: die Entscheidung. Kein Blauer wurde von der Uebermacht verschont. Alle bis auf den letzten Mann wurden niedergemacht. Die besiegten Sieger — vom moralischen Standpunkt waren wir natürlich Sieger — zogen mit zerrissenen Hosen und zerschundenem Leibe ab, um sich dann am Abkochplatz mit den Mädeln und den Feinden zu treffen und friedlich abzukochen. Lustig wurde gespielt und gesungen James Breslauer, Berlin Auf Euch kommt's an! Ihr habts schon oft hier gelesen, wie eure Wanderungen sein sollen — und an euch allem liegts, daß sie so werden: so recht voll Freude und Frohsinn, der schönste Tag der ganzen Woche — ein Festtag! Mit diesem Gedanken sollt ihr auf jede Fahrt kommen, nicht mit der Frage, w i e wirds heut werden — sondern mit dem Willen: es muß schön werden, ich will etwas dazu tun, daß alle einen wunderschönen Tag haben. Und wenn ihr des Morgens fortzieht, dann werft mir alles Kleinliche weit, weit weg von euch, bringt mir nicht alte Schulgeschichten, bringt mir nicht etwa Aerger über Lehrer und Mitschüler mit auf die Fahrt. Hier ist eine ganz andere, schönere Welt, und wenn es draußen gar so herrlich ist. wer wird da an Dinge denken, die minder schön und herrlich sind!? Hier gibts ja soviel andres*

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