Mannheim
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Blau-Weiss-Blätter · 1914-06-01 · 3 (6.1914) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
3 (6.1914)
Date
1914-06-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Biau-Weiß-Blätter 9 sicher bekannt war, glaubte man, die alte Begebenheit in neuem Lichte zu sehen. Nicht weniger packend waren die Rezitationen aus dem neuen, schönen Peßachbuch Chad Gadia, denen Gedichte, gemeinsame Gesänge mit Musikbegleitung in harmonischer Weise folgten. Als es elf Uhr geworden war, und man ans Nachhausegehen denken mußte, da brach man nur zögernd auf. Man wäre gern noch lange beisammengeblieben, denn der Geist ernst-fröhlicher Art, der über . diesem geselligen Kreise schwebte, und der einen starken Hauch „jüdischen Geistesverspüren ließ, stempelte die Veranstaltung zu einem wahren, schönen Heimabend. E. G., Mannheim Unser Landheim Frühling um jubelte uns, als wir unser Landheim betraten. Grüne Zweige schlangen sich durch die Fensler, und Finken und Meisen sangen des Frühlings ewig junge Melodie. Uns Großstadtkirder umfing eine-Ahnung---davon, was es heißt, bodenständig zu sein, eigenen Boden unter den Füßen zu haben! „Unser Heim4*, der Tummelplatz unserer künftigen Freuden, die Sehnsucht so mancher hoffenden Stunde, — jetzt standen wir darinnen. In Hemsbach an der Bergstraße ist unser Landheim gelegen, inmitten dieser blühenden, fruchibaren Ebene, von der ein früherer deutscher Kaiser gesagt haben soll, „hier längt Italien an44.-- Zu unserem großen Glück ist in Hemsbach eine jüdische Gemeinde von etwa 20 Familien; zu ihr wollen wir in liebevoller Treue stehen, sie soll wissen, daß wir die Bande der Zusammengehörigkeit zum alten Stamme hoch schätzen. Jung-Juda wird seine frohen Zukunftslieder der älteren Generation spenden. Jetzt gilt es. unser Heim auszustatten, zu einem wohnlichen trauten Schutze zu gestalten. Wir werden einen besonderen Raum für Feiern im Heim schaffen, der ernst und gediegen, mit einfachen massiven Möbeistücken, mit jüdischen Emblemen und Bildern eine beredte Sprache reden, soll von der bewußten Geradlinigkeit unserer Empfindungen. Wer diesen Feierraum betritt, der soll sofort verstehen, was wir wollen.-- Voll Dankes sind wir, daß liebe Freunde, hier und auswärts, im Bewußtsein der dringenden Notwendigkeit, für uns ein Landheim zu sichern, nicht eine Alinute lang ermüdet sind und eifrig unsere Bemühungen gefördert und gestützt haben; wir werden und dürfen dies niemals vergessen Mit ganz be-. sonderem Danke werden wir unserer frohen Wanderschar von Herrn und Frau Wollenberger erzählen, deren außerordentlich große Güte uns das Heim gesichert und gewährt hat. Dank der zukunftsfrohen Jugend, die jubelnd die" Räume betreten wird: es gibt nicht viel köstlichere Dinge auf der Welt! Ari euch allen, liebe Wanderer, ist es nunmehr, unser Heim zu hegen und zu pflegen, beizusteuern zu seiner Ausschmückung, stets aber eingedenk zu sein, daß ihr etwas benutzt, das euch einzelnen nicht gehört, das ihr mit ganz besonderer Liebe und Achtung zu behandeln habt Für die Führerschaft des Jüd. Wanderbundes „B!au-Wei£"-Mannheim Dr. Otto Simon» Führerschaftsleiter. „Blau-Weißer" „Blau-Weißere das soll für unsere jüdischen Jungen und Mädchen ein Ehrenname werden! Um die Blau-Weißen immer mehr aus den anderen jüdischen Organisationen als etwas be-

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