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Blau-Weiss-Blätter · 1914-06-01 · 3 (6.1914) · page 10

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
3 (6.1914)
Date
1914-06-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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10 Blau-Weiß-Biätter sonderes herauszuheben, hat die Führerschaft in letzter Zeit drei wichtige Beschlüsse gefaßt. Um dem Neuling, der zu uns kommt, zu zeigen, daß er in einen besonderen Kreis eintritt, haben wir die feierliche Verpflichtung des Neulings vor seiner Einschreibung in unser „Buch der Wanderer und Wandrerinnen" eingeführt. Es wird an dem Führer liegen, diesen Akt recht würdig auszugestalten und dem Neuling, der ja schon dreimal mit uns gewandert sein muß, klar zu machen, was es heißt, Blau-Weißer zu sein. Er muß erfahren, daß er zahlreiche Pflichten dadurch auf sich lädt, aber er soll auch fühlen, was für Freuden seiner warten. Jeder Wandertag soll ein Qlanztag, ein besonderer Tag in eurem Leben sein. Hier, auf der Fahrt, seid ihr frei, losgelöst von Schule und Haus; frei aber auch von allem Nörglertum, offen, ehrlich, mutig! Aber der Blau-Weiße soll nicht nur durch sein tadelloses Benehmen und seine sittlichen Eigenschaften sich auszeichnen, sondern er soll auch äußerlich eines Blau-Weißen würdig sein. Wir, die wir als Juden wandern, durch unseren Ruf „Schalom4* und unsere Lieder immer offen bekennen, daß wir Juden sind, wir müssen besonders auf unser Aeußeres achten. Wir dürfen nicht, wie die vielen, jetzt auftauchenden „Wanderclubs", mit langen Hosen, Kragen usw. wandern, sondern wir müssen in wirklicher Wandertracht uns zeigen. Dies bitte ich euch, ganz besonders zu beherzigen. Und um euch die Anschaffung einer tadellosen Ausrüstung zu erleichtern, hat jetzt die Berliner Führerschaft einen Ausrüstungszettel herausgegeben. Wer unseren Anforderungen an dem inneren und äußeren Menschen entspricht, wer so wirklich Blau-Weißer ist, nur der soll die Blau -Weiß -Nadel erhalten: Das ist der zweite Beschluß der Führerschaft. Nicht jeder, der auf zehn Wanderungen mitgewandert ist, bekommt die Nadel, sondern nur der, der sich nach seinem Verhalten auf den Fahrten und seinem Aeußeren als Blau-Weißer gezeigt hat. Einige Führer forderten auch, daß das Schwimmen eine Voraussetzung für die Verleihung der Nadel sein sollte. Das wurde nicht zum Beschluß erhoben, wenn sich auch alle darüber einig waren, daß das Schwimmen für jeden Blau-Weißen unbedingt notwendig sei. Jedenfalls ist die Blau-Weiß-Nadel jetzt nicht nur ein Erkennungszeichen. Sie ist vor allem eine Auszeichnung, die nur der erhält, zu dem wir das Vertrauen haben, daß er sich eines Blau-Weißen stets würdig benehmen wird. Und nun kommt der dritte und wichtigste Beschluß. Im Wanderbund wird allgemein das Duzen eingeführt. Führer und Wanderer, Führerinnen und Wanderinnen, alles redet einander mit „Du*

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