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Blau-Weiss-Blätter · 1914-05-01 · 2 (5.1914) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
2 (5.1914)
Date
1914-05-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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12 Blau-Weiß-Blätter Cdmmlein anfagten ixnb in einem £}aufe 3um Seöer uerfammelt wßttn, fo ift es bei iljnen noch fyeute, öa£ immer einige ^amilien t 5üfammenfommem Das föröert üjr ^ufammengeljdrigfeitsgefüljl uni> ifyre innige Brüöerlidjfeit fefyr. €s ift ein fcfyönes Bilö, roie pe öafi^en, gefleiöet in ifjre ^reifyeitsgetpänöer, fo breit unö baufdjig, öen (ßürtel um ifyre Cenöeit unö öen fur3en Spie§ an öer Seile. Sie ftfeeu in einer Xeifye, geordnet wie Soldaten, öie nadj öem Kampfe ruhen* &wi\dhm öen Heiden ftnö foftbare perftfdje Ceppidje ausgebreitet, für öie öas IDort öer ZTTegillal? gilt: „Weißes Seug unö purpurblaues Cuch, eingefaßt mit 5d?nüren pon Byffus unö purpur'^ Unö auf i^^^ Ceudjter mit btenmnben Herfen. Die grauen, öie öas gan^e jafyr in ifyre Limmer jurücfgebogen ftnö, fommen 5um Seöer mit unperforiertem (Seftcbt unö gefdjmücft mit golöenen (Dfyrgefydngen unö föftlidjen Hingen pon Sapfyirftein nntr Diamanten; um öen £)als tragen fte golöene unö nlberne Illün^en auf einen blauen ^aöeu gereift, um öie Cenöeu ftlberne Kettengürtel; öie jungen grauen aber unö öie ZTtdödjen tragen Hofen unö fonftige fluten ins £}aar geflochten, öie öen fdjönften Duft perbreiten. 3n öiefer Had>t fürchten fte feinen böjeu BItcf unö feine <5eijter, öenn es ift eine Ziadbt, öa € r wad\t . ♦ . XDenu öer Dorlefer an öie Stelle fommt, öie pon öer jufünf» tigen <£rlofung fpridjt, fyeben alle iljre ßdnöe auf, fpre^en öie Ringer unö rufen, tiefbewegt unö poller Crauer: „IDollte ©Ott, öa§ ITTefdnacfy, Dapiös Sofyn, fdme unö alle Derbaunten fammelte, fo roie öer Croige, uhfer (Sott, einft unfern Patern tat." Unö öie grauen fallen ein unö rufen: „2tmen, öies fei fein IDille!" Unö an öer Stelle: „|>n jeglidjer &e\t *f* °w fött perppidjtet . . erljebt ftd> J>er Dorlefer, nimmt ein Stücfcben 2Tta55ab, eingetmcfelt in ein altes vLud>, legt es fiefy auf öen Icacfeu, gebt Pter Schritte, 5eigt es allen unö erfldrt iljnen in ifyrer Sprad)e, öag fo unfere Ddter aus 2tÜ5rajiin jogen, öen Ceig auf öen Schultern; auds mad)t er fyaftige Bewegungen, um itjnen öas IDort: „3n «Eile" redjt 511 (Semüte $u führen. jnöeffeu gefyen öie Jünglinge in ein befonöeres Limmer, mahlen öort einen unter ftcb, fleiöen ihn in 5erfe£tes (ßetpanö, legen ihm einen Sad auf öie Schultern, geben ihm einen öiefen ftafenftoef in öie f)anöe unö fdjicfen ihn fyinaus* Hadj einer IPeile bort man lantes pochen an öer Cür. Der ausgefanöte Jüngling ftefyt örangen unö hütet flehentlich um £mlag. Die Sifcenöeu fragen tfyn insgefamt: „tDer bift öu unö ipas nrillft öu fyier?" r/3d? bin ein 3U^C uu^ roül mit euefy Pegadj feiern, öas Jeji unferer Freiheit''* „TDk follen irir öir glauben, öa§ öu ein 3u^e biji?1* trage öoeh einen Callisfatan unö Schanfdöcn". MDas ift nodj fein Beweis; gib ein auöeres Reichen!* wSo mögen es eudj meine Sd?ldfenlocfen beiretfen!'4 „2ln^ öas genügt uns nid}t, es ift nodj nidjt öas Stc^ti^e^

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