Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 2 (5.1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 67% known words query
- IRI
…/2425321-3181687-3181690--0203-3182030- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Blau-Weß-B!ä(ter 11 von ben TXlonaten (Cfyammus unö 21b r/er auf, tpo in jenen (Begenöen öie H)ei3enernle beendigt wirb. Denn bei ir/nen befielt bis fyeute öer (Bebraudj, öa§ bie armen grauen hinter öen Sdjniltern t/er auf die $elber fammeln ger/en, fogar 51t öen Hidjljuöen; was fte aufgelegen fyaben, örefdjen fte jeöen 2lbenö aus unö perfaufen es 511 2Tta33otr;mer;L Sie bacf en öie 2TIa530li> in einem geräumigen Bacfof en, $er unien breit unb oben fctjmal iß, tpie ein umgefefyrter Copf. IDerin er mit Strof) 06er ZTtift ausgereist ift, legen öie grauen, bie bm Ceig fneten, öie ZHassoir; an feine Wänbe an. ^eben übenö pellt man XDaffer für öen folgenöen Cag suredrt. Dann perfammeln ficfy öie jungen grauen unö ZlTdödjen im Bacft/aufe, tpo fte in öer 2lrbeft abtpecfjfelm Sie ft^en poli (Erregung unö Spannung auf öem Boöeri, fneten öen Ceig in einem fupfernen (Befdf, u>al5en it;n aus unö laffen ifyn „rdöeln". Dann bringen fte ifyn fdjleunigft in öen Bacfoferu IDdr/renö öer legten IDocbe vor öem ^eji fyerrfcfjt grofe Betpegung«: Die grauen machen fid) an ir/re grof e 2irbeit, fdubern, reiben, pu£en^ ~tDäfcfyem Das tpidjtigfte ift ir/nen, öaf fie öie tfupfergeräte redjt fd>ön unö gldu^enö machen; öarauf tpirö bei öen Dölfern öes Kaufafu», öie piel fupfernes (Sefcf/irr penpenöen, großer IDert gelegt. 2lber audj öen Sattel unö öas «gaun^eug pu£en fte grünölid} unö Rängen es in öen IDinfeln ib/rer IDorjnung auf. Die ZUdnner aber befcbäftigen fidj eifrig öamif, öas £bame3 511 perbrennen; pon öer Sitte, öas £r/ame5 511 perfaufen, tpijfen fte öort nichts. Denn fte nehmen alles ernft unö ftrcng. 2lm <£ren> Pe§ad> faften alle erftgeborenen Sör/ne, es gibt für fte feine Befreiung öurcfj Cosfaufeu oöer öureb Beenöigung eines Stuöienabfdmittes. Pom ZTiittag an ftnö fie mit öer Porbereitung öes Karpas unö öes £r/aro§etr/ befdjdftigt, öas fie alle adjt tEage als einen richtigen (Bang aus einer großen Sdui]fel eifern JDenn jtd? öer Cag neigt, 3iel/eu öie ZHdmier ,,,jreir/eitsge« tpdnöer" mit a>eiten banfebigen 2lermeln an, fteefen einen finden Speer in it/ren (Sürtel — manche nehmen auch ihre piftolen — unö get/en in öas Bett/:£)amiörafcrj 5U (Sefang unö (Bebet. 7Xn öiefem 2tbenö fingen fte ndmlidj alle öas grofe Coblieö IDort für IDort 5Ü* fammen mit öem Porfäuger. Kehren fte aber r/eim, fo finöen fte ir/re l}ütte bereits 511 <£r/ren öes ^eftes mit pielen liefen beleuchtet* Die alten grauen füllen ftd} in ihre Cüdjer, öie jungen grauen aber unö^ öie 2TIdöd}en in Cinnen» unö IDebeftoffe unö flechten Sofen unö anöere Blumen in it/re foefen unö <£)opfe. Sie Idolen eilig, tpas fte porbe* reitet r/aben, gebratene (Banfe, geftopfte Crutr/df/ne, 2tta55ot, Itiaror, eine Sdjüffel Cbarofcetr/, unö bringen es ihren llidnnern nad? öem ^anfe öes Rabbiners. Denn es ift bei iijnen Sitte, öa§ ftdj Ptele Jamilten im Qaufe eines öer „(Belehrten" perfammeln; es fann aber aud} bei einem einfachen ^amilienpater fein, a>ofern er gut r?ebrdifdj fann unö öie ßagaöalj in it?re (tatarifdje) Sprache 311 überfe^cu rer« $d)L So fi^en fie öenn nadj iljrer 2lrt auf öem Boöen unö öer (Belehrte überfe$! ii^nen bann mit pieler 3nn^c^ t)agaöal?. So »ie früher der Brtutc^ war, öa§ ftdj mehrere ^amilieu 511 einem