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Blau-Weiss-Blätter · 1914-05-01 · 2 (5.1914) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
2 (5.1914)
Date
1914-05-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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BIau-Wei&-Blätter 5 Nachmittage, als wir schon in der Nähe unseres Zielortes Drewitz waren, hörte der Regen auf. Wir schauten uns noch einmal nach den Nuthebergen um. Da erlebten wir etwas, was für uns Berliner nichts Neues ist, und doch dort draußen wie ein Wunder wirkte. Inmitten der Regenwolken erschien plötzlich, ganz fern ■ über den Bergen, die graue Silhouette eines Zeppelins, die kaum von den Wolken zu unterscheiden war. Langsam strebte das Luftschiff dem Potsdamer Lunschiffnafen zu, wurde immer blasser und war nach einigen Minuten verschwunden. Wir aber starrten < ihm nach, wie einem Gespenst. Dann kamen wir nach Drewitz. Unser Landheim ist prachK voll. Leider wurden wir vier müden Wanderer nicht allzu freudig begrüßt, da das Heim vollkommen überfüllt war. Wir verbrachten mit den anderen einen schönen Abend, und mußten uns dann ein Bauernquartier besorgen, wo wir mehr schlecht als recht' zähneklappernd mit offenen Augen die Nacht verbrachten. Am anderen Alorgen erfuhren wir, daß im Heim wider Erwarten; einfge Betten freigeblieben waren!! sato Pick, Berlin, Der Führer i Ein Führer muß ein vorbildlicher Mensch sein. Wie sollte er andere erziehen können, wenn er selbst mit den gröbsten Fehlern behaftet wäre?! Er ist ein Auserwählter, aber nicht einer, der sich etwas darauf einbildet. Grade, daß er bescheiden, aber in sich gefestet ist, von fleckenloser Reinheit, mit heiligen Idealen, das grade macht ihn zu dem vornehmen Menschen, der geeignet ist, Führer zu sein. Wir werden vom Führer immer eine klare und reine Auffassung von den Dingen, eine Gradlinigkeit im Denken, eine gesunde Frische und eine ruhige Gewandtheit verlangen müssen. II Vor allem muß er mit Hingebung beim Wandern sein. Er muß jede Wanderung zu einem Kunstwerk gestalten, muß dafür sorgen, daß nichts aus dem Rahmen dieses Werkes herausfällt, muß Stimmung, Lieder. Spiele der Landschaft, dem Wetter, der Stunde und den Teilnehmern anpassen. Er muß den einzelnen hineinzwängen in das Ganze, das er schaffen soll. So wird auch fede Wanderung einen bestimmten Charakter und Ton haben. Der Ton geht vom Führer aus. Er hat am Tage vorher die Karte genau studiert er weiß, welche Wege er gehen will: weiß er es draußen auch einmal nicht, so gibt er durch ein kurzes Wort, ein Zeichen den Weg an. Er ist nie unsicher. In zweifelhaften Situationen macht er durch seine Ruhe alle andern fest) Sogewinnt er das Vertrauen der Wanderer, Wenn er sich auch

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