Mannheim
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Blau-Weiss-Blätter · 1914-05-01 · 2 (5.1914) · page 2

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
2 (5.1914)
Date
1914-05-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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2 Blau-Weiß-Blätter dort 48% der neugeborenen Kinder von Juden stammen, die aus dem Osten zuwanderten. Hätten wir diese Zeichen einer Abwärtsentwicklung, wenn die körperliche Ertüchtigung und die Freude an der Natur uns früher schon Leitziel und Notwendigkeit gewesen wäre? An solches muss ich während des Geländespiels denken, und ich ändere den bekannten lateinischen Spruch dahin um: Um unser Volk geht es, scheint es auch Spiel. Dr. Otto Simon» Mannheim Was wir wollen. „Der „Blau-Weiß" Bund für jüdisches Jugendwandern, bezweckt die Pflege des Wanderns unter der jüdischen Jugend, insbesondere der Schuljugend. Der Bund will dazu beitragen, ein ah Körper,^6eist und Willen starkes und gesundes jüdisches Geschlecht heranzubilden. Diesem Ziele dienen größere und kleinere Wanderfahrten." — So steht es nüchtern in § l unserer Bundesstatuten. Wir wollen vor * allem die Großstadtjugend — und die jüdische Jugend ist ja nun mal besonders eine Großstadtjugend — mit all ihrer körperlichen Schwäche und geistigen Gebundenheit* wie sie die Großstadt mit sich bringt, durch die Berührung mit der freien Natur zu freien und gesunden Menschen machen. Unsere durch jahrhundertelange Knechtung unterdrückten oder in falsche Bahnen geleiteten natürlichen Anlagen müssen wieder geweckt und gelöst werden. Das Mittel hierzu ist die Erregung einer starken Liebe zur Natur in den jüdischen Knaben und Mädchen. Deshalb wandern wir jeden Sonntag in die Natur hinaus. Eng verbunden hiermit ist eine Rückkehr zur Natürlichkeit. Das Wanderleben, unsere Art, auf den Fahrten zu leben, soll in uns die Triebe zur Natürlichkeit, zu einem einfachen Leben wecken, wie es sich für die Jugend ziemt, und wofür leider noch wenig Verständnis vorhanden ist. Einfachheit, Kameradschaftlichkeit, Ehrlichkeit und noch vieles andere sind die Elemente dieses natürlichen Wanderlebens. Aber unsere Bewegung will noch mehr. Ihr sollt nicht bloß mit uns Sonntags durch Felder und Wälder schweifen, singen und abkochen, sondern wir wollen in Euch eine tiefe und starke Liebe zum Judentum wecken! Wir nennen uns „jüdisch". Das sagt viel und soll Euch viel bedeuten. Juden sollt ihr werden, mit allen Fasern Eures Herzens, kämpfen für Euer Judentum, so wie es im Gebete heißt: mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und ganzer Kraft. Hier revoltiert die jüdische Jugend: Jude ssin soll ihr ein Ideal werden»

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