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Blau-Weiss-Blätter · 1914-04-01 · 1 (4.1914) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
1 (4.1914)
Date
1914-04-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Blau-Wciß-Blätter 9 neben Ben Schemen, es ist dies eine Landarbeitsstätte der großen jüdischen Kunstschule Bezalel, die ihren Hauptsitz in Jerusalem hat. Schon hier trafen wir zahlreiche Wagen mit fröhlichen Ausflügkra an* <la die Jungen und Mädchen aller umliegenden Kolonien zu Chanuka nach Modiin wandern. Nun hieß es wieder, das Gebirge Juda zu ersteigen. Nach zweistündiger Wanderung durch die wilde, felsige Gegend erreichten wir endlich unser Ziel. 5. lodiin Die Chanukanummer unserer „Blau-Weiß-Blätter" hat ja alles über unsere Helden, unsere Makkabäer, erzählt Ich wünschte nur, daß ihr mit uns -die Geburtsstätte derselben mitsehen dürftet. Von kühnen, hohen Bergen umringt, liegen die Reste des alten Vodiin in ein tiefes Tal gebettet. Hartes, unerbittliches Felsgestein sahen d^^^ Makkabäersöhne, als sie zum Ruhme unseres Volkes heranwuchsen. Hart und unerbittlich war auch ihr Trotz gegen den heidnischen Zwingherrn, ihr Kampf für die Freiheit des Volkes. — Als wir den tiefen Talkessel erreichten, bot sich uns ein herrlicher Anblick. Aus dem Tale kletterten allenthalben prächtige, frohe Jungen herauf; es waren die Schüler -des hebräischen Gymnasiums in Jaffa-Teil Awiw, mit denen wir uns, einer Verabredung gemäß, hier trafen. Und die blau-weiße Fahne des Gymnasiums -flatterte leuchtend über der Heimatsstätte der Makkabäer. 6. Heimkehr Zur Abendrast kehrten wir nach Ben-Schemen zurück. Als wir dort ankamen, hatten die Jaffaer Gymnasiasten eben den Heimweg angetreten, aus der Farm wurden zum Abschied Salutschüsse abgefeuert. Wir selbst blieben noch die Nacht über in Ben-Schemen zurück und traten am 4. und letzten Tage den Heimweg um 4 Uhr morgens, vor Sonnenaufgang, an, denn wir hatten einen vierzehnstündigen Tagesmarsch vor uns bis Jerusalem. Wrir kehrten «(nach Ramleh) an die Hauptstraße zurück und erreichten in 6 Stunden »Bab el Wad*, die „Eingangspforte des Gebirges". Nun waren die Gebirge Jerusalems bis zu 800 m Höhe wieder zu ersteigen. Eine schöne, breite Bergstraße führte uns in Zickzackwegen empor. Wieviele Völker sind schon feindlich gegen Jerusalem gezogen auf diesen uralten Bergstraßen. Und doch konnten sie das Land nicht endgültig besiegen. Immer wieder erhob sich Jerusalem aus dem Staube. Zuletzt — Napoleon der Große erreichte unsere Bergstraße gar nicht, er mußte in Ramleh halten bleiben. — Und dann waren wir wieder daheim in Jerusalem. Heinrich Glanz (Wien), Jerusalem. Diana und die Nymphen Ihr kennt doch alle die höchst poetische Geschichte, wie Diana, begleitet von der anmutigen Schar ihrer Gefährtinnen, Wald und Feld durchstreift und in den klaren Wassern einsamer Seen zu baden pflegt. Zauber kann Wirklichkeit werden, und Diana auch heut noch, wie zu den goldenen Zeiten Hellas, ihr Wesen treiben. Allerdings bemerke ich: einige kleine Unterschiedlichkeiten zwischen den Erlebnissen der modernen Diana und ihrer antiken Schwester sind nicht abzuleugnen, aber daran ist die Zeit und der Ort schuld. Auch unsere, in der Farbe der Jagd gekleidete Diana, nennen wir sie zum Unterschied von der griechischen: Lice, streifte mit ihren Wandennädelnyraphen durch Flur und Hain, auch sie tauchte in die allerdings weniger klaren Fluten eines lehmreichen Grabens, dafür aber auch wenig freiwillig. Und das kam so: Nichts Böses ahnend waren unserer acht von Oswitx los gezogen, an der Oder entlang, waren in der Nähe von Rausern übergesetzt und gelangten endlich an eine Wiese, die von dem Weg, an der Stelle, wo wir auf den Weg wollten, durch einen Graben getrennt war.

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