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Blau-Weiss-Blätter · 1914-04-01 · 1 (4.1914) · page 12

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
1 (4.1914)
Date
1914-04-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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s Blau-Weiß-Blätter mals in Spanien wohnten), aus Nord- und Südafrika, aus Bagdad (die Bucharim). aus dem Kaukasus (Grusinerj, aus Persien, aus Arabien (die Jemeniten), kurzum» aJIe sind hier beisammen und sprechen eine Sprache, unser altneues Hebräisch. 3. Unser erster Wanderbusd in Erex-Israel Ihr könnt Euch nun wohl denken, wie schön es sein muß. gerade von Jeruschalajim aus das alte Land der Juden zu durchwandern. — Und jetzt, wo es unseren Brüdern in Erez-Israel durch ihren Fleiß, als Ackerbauern und Geschäftsleuten, schon sehr gut geht, werden Eure jungen Altersgenossen, die fleißig in den verschiedenen Schulen lernen, um sich für ihren künftigen Beruf im Lande vorzubereiten, auch unsere Wanderbrüder werden, umsomehr, als sie seit jeher das Wandern liebten. — Im Monat Kislev wurde unser Jüdischer Wanderbund „Blau-Weiß* (Agudath Hameschuttetim tcheieth lawan) gegründet. Die Chanukahferien boten auch gleich einige freie Tage, sodaß wir gleich eine größere Wanderung antreten konnten. Aber Viertagesmärsche, das können wohl nur ältere, geübte Wanderer sogleich unternehmen. Wir beschlossen also» die Züge für jüngere Wandeier erst nach Chanukah einzurichten und bildeten die ersten Wanderzüge aus den Schülern des hiesigen hebräischen Seminars und den größeren Schülern der hebräischen Knabenschule. Unser Wanderplan war, mehrere unserer schönen Kolonien zu besuchen- und hr einein großen Kreise nach M o d i i n, der Geburtsstätte der Makkabäer zu wandern. 4 Die erste Wanderung Früh brachen wir auf und nach sechsstündiger Wanderung durchs Gebirge kamen wir zur jüdischen Kolonie Artut. Diese von bulgarischen Juden gegründete liebliche Kolonie liegt am Fuße des großen Gebirges Jerusalems. Hierauf fuhren wir eine kurze Strecke mit der Bahn bis Sedsched, von wo wir nachmittags unsere Fußtour fortsetzten. Ueber weite Ackerbaiden ging es nun dahin, bis wir am fernen Horizonte die Kolonie Ekron auftauchen sahen, die wir bei Sonnenuntergang erreichten. Wir wurden mit Jubel in das Schulgebäude geleitet und freundlich bewirtet und von dem Lehrer der Kolonie — als erster Wanderbund — begrüßt. Ekron ist wunderschön. Man fühlt hier sogleich die rege Arbeit des jüdischen Bauern, seinen Fleiß an den schönen Oelbaumhainen und verschiedensten wohlgepfiegten Pflanzungen. — Von Ekron ging es noch abends weiter nach Rechowoth, dem Ziel unseres ersten Wandertages. — Ein wachsamer Schomer. einer jener der tapferen Wächter der jüdischen Kolonien — man wußte in der Kolonie bereits von unserem Kommen — kündigte uns mit hellem Flintengeknalle an. und wieder zogen wir mit Gesang unter frohem Empfang in das „Beth-Am*, das „ Volksheim«. Rechowoth ist eine der größten jüdischen Kolonien mit sehr vielen Wein- und Orangenpflanzungen. Auf einer Anhöhe sieht die Synagoge auf das wette Häuser- und Feldergebiet hinab. Am 2. Morgen brachen wir frisch auf und marschierten nach der Kolonie Neß-Zionah, einer kleinen Kolonie mit schönen Orangenhainen und Mandelpflanzungen. Immer wieder ließen wir unsere frohen Wanderlieder erschallen und begrüßten damit unsere braven Kolonisten in Dorf und Feld. — Nach kurzer Rast ging es nach „Rischon le Zion*, der größten und berühmtesten jüdischen Kolonie. Wir verblieben dort den ganzen Tag, besichtigten die riesige Weinkelter, die zu den größten der Welt gehört und erfreuten uns an der Schönheit und dem Reichtum dieser großen jüdischen Besitzung. Am 3. Tage ging es dem eigentlichen Ziele zu, nach Modiin, an die Makkabäerstätte, wobei wir die jüdische Farm „Ben-Schemen* berührten. — Ihr habt gewiß schon viel von den sogenannten Farmen gelesen* die mitten in noch unbebautem Lande errichtet werden, z. B. in den Prärien Amerikas. Eine solche große Farm ist Ben Schemen. Sie wurde errichtet, um dort Baum- Pflanzungen und eine musterhafte Landwirtschaft einzuführen, als Beispiel für alte diejenigen, die die Landarbeit und Baum Pflanzungen erst lernen müssen. Auch eine Kunstwerkstätte für kunstvolle jüdische Erzeugnisse befindet sich

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