Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1914-1915)
- Issue
- 1 (4.1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Blau-Weiß-Blätter 7 Alle Freuden des Wanderns, alles, was uns den Wanderbund so werlvoll macht, der Zusammenhang mit der Natur und der: persönliche Zusammenhang untereinander, sie alle werden sich durch den Besitz des Landheims verdoppeln. Darum werden wir alle nach Kräften dazu beitragen, unseren Wunsch bald verwirklicht ZU Sehen.*) Dr. Walter Fischer, Berlin Die Gründung des ersten Wanderbundes in Erez- Israel und unsere erste Wanderung Chanukah 5674 1 Eine lustige Vorgeschichte ans Jaffa-Teil Awiw Eure jungen Brüder und Schwestern verstanden schon zu wandern, bevor wir hier den Warderbund gründeten. Denn hier kommt die Lust zum Wandern von selbst. Die Gründung des ersten Wanderbundes in Erez-Israel hatte aber eine lustige Vorgeschichte, die ich Euch erzählen will. Jaffa, die wichtigste Hafenstadt Erez-Israels, besitzt seit den letzten Jahren einen neuen, wunderschönen jüdischen Stadtteil, „Teil Awiw" t zu Deutsch •> „Frühlingshügel4*) benannt. - Als ich mich dort einige Wochen aufhielt, sah ich mich nach jungen Wanderern um und verriet einigen meiner kleinen Hausgenossen auch etwas von meinem Vorhaben. Diese führten mich auch zu einem sehr alten, riesigen Baume in der Nähe ihres beliebten Spielplatzes und schlugen mir den allbekannten „großen Baum** als ersten Treffpunkt vor. Ich willigte vorläufig ein. Während ich aber noch Vorbereitungen zur Gründung des Wanderbundes bei den Eltern und Lehrern der Schüler machte, geschah etwas höchst Lustiges. Meine Vertrauensmänner, denen ich Schweden auferlegt hatte, und die natürlich nichts für sich behalten konnten, hauen nicht warten können und die Sache ausgeplaudert. Am kommenden Sabbath um die Mittagsstunde — ich war ganz ahnungslos — hörte ich fröhlichen Wandergesang und Trapp-Trapp in der Herzlstraße, und siehe da, xom Gymnasium her, das in der Mitte Teil Awiws erbaut ist, zieht eine wohlgeordnete Gruppe von etwa 30 Wanderern, Knaben und Mädchen, herbei, meine Freunde als Rädelsführer obenan, die mir stolz zuwinkten und auf ihre Glanzleistungs hinwiesen. Sie kamen also eben von der Wanderung zurück. Ich war so verblüfft über diese Ueberraschung, daß der Zug längst vorüber war, ehe ich wieder zu Sinnen kam. Dana aber war es zu spät. Sie stürmten bereiis zum Sabbathtische nach Hause und waren unerreichbar. In der folgenden Woche mußte ich Jaffa schon verlassen; diese unvermittelte Wandergruppe hat sich wohl schon lange aufgelöst Die Gründung des Wanderbundes in Jaffa bleibt aber noch einer späteren Zeit vorbehalten. 2 Jerusalem Nun sind wir in Jerusalem, der heiligen Stadt, wo einst unsere Könige regierten, unsere Hohepriester das Heiligtum hüteten, unsere Prcpheien dje. Straßen der Stadt durcheilten und durch ihre Reden das Volk zu Sitte un<3 Recht anfeuerten. Ringsum weite Bergketten und Hügelkuppen. Die alte Stadt ist von Festungsmauern umgeben, mit vielen Toren, deren jedes einen sinnvollen Namen hat. So zogen dutch das .Schaar haschwatim* iTor der Stämme) in alter Zeit die einzelnen Volksstämme ein, die vom weiten Norden zur Festesteit nach Jerusalem zogen. In Jerusalem haben sich die verstreuten Teile unseres Volkes aus aller Welt wunderbar zusammengefunden. Aus Deutschland und Oesterreich*Ungarn, aus Rußland, aus der Türkei und den Balkanländern (die Sephardiro, die ehe- *) Unterdessen ist unser Landheim in Drewitz erstanden. Wir haben, jetzt ein Stadtheim und ein Uindheim.