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Blau-Weiss-Blätter · 1914-04-01 · 1 (4.1914) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
1 (4.1914)
Date
1914-04-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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6 Biau-Wciß-Blätter Folge zu leisten, eine Ehre sein, für dieses Album der Aufnahme würdige Beiträge zu liefern. Wir werden uns vorbehalten, die besten Bilder einrahmen zu lassen und als Wandschmuck für das Heim in Hohenschönhausen qder für das Landheim in Drewitz zu verwenden. Karl Glaser» Berlin Ein Landheim „ _. Es ist das Ziel eines jeden Wanderbundes, ein eigenes Landheim zu besitzen. Dieses Ziel in die Wirklichkeit umzusetzen* ist heute keineswegs mehr ein so abenteuerlicher Plan, wie dies in den ersten Anfängen unserer Wanderbewegung erscheine]! mochte. Im Gegenteil! Wir Berliner hoffen, schon in wenigen Wochen in unser eigenes Landheim einziehen zu können. Die erforderlichen Geldmittel sind von einigen Führern und anderen Freunden des Wanderbundes aufgebracht worden, und ein geeignetes Haus ist auch schon gefunden. Wenn man auf Wanderungen fleissig sucht, möglichst in einiger Entfernung von der Bahnlinie,, so findet man kleine Bauernhäuser, die der Eigentümer für billiges Geld verpachtet. 120 bis 150 M als jährlicher Pachtzins und noch weniger dürften genügen. Hat man erst gepachtet,, so finden sich zumeist ein oder mehrere grossmütige Spender^ die im ersten Rausch der Begeisterung die Einrichtung stiften. Schlimmstenfalls bringt man durch einen Appell an die Opfer- Freudigkeit der Führer und Wanderer oder ihrer Eltern das Notdürftigste zusammen, und behilft sich, bis bessere Tage kommen. Die Vorteile, die der Besitz eines Landheims für den Wanderbund mit sich bringt, liegen auf der Hand. Wir haben die Möglichkeit, den Wanderbetrieb weit ausgiebiger zu gestalten als bisher. Dies gilt besonders für die bisherigen eintägigen Sonntagsfahrten. Wrir können in Zukunft bereits am Sonnabend nach Sabbatschluß aufbrechen, die Nacht über im Heim schlafen und Sonntags ganz früh mit der Wanderung beginnen. Wir werden auf diese Weise neue Gegenden kennen lernen^ in die wir früher aus Zeitmangel auf eintägigen Fahrten niemals kommen konnten. Der Wandergeist, der in seiner edelsten Reinheit sonst nur auf größeren Fahrten zum Ausdruck kommt, weil er auf dem völligen Losgelöstsein vom Großstadtleben beruht, wird stärker zur Geltung kommen. Das enge Zusammenleben im Heim wird das Zusammengehörigkeitsgefühl, die Kameradschaftlichkeit und die Verantwortung der Wanderer stärken. Jeder wird sein Amt, seinen kleinen Pflichtenkreis haben, er wird daher wissen, da& man ihn braucht, daß er ein notwendiges Glied in dem Gefüge des Wanderbetriebes ist, er wird nicht ohne zwingenden Grund fehlen, und er wird sein Fehlen als einen unnatürlichen Ausnahmezustand empfinden.

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