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Blau-Weiss-Blätter · 1914-04-01 · 1 (4.1914) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
1 (4.1914)
Date
1914-04-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Blau-Weiß-Blätter 3 schönen judischen Dörfchen pilgern. Sie werden schöne hebräische Lieder singen, und am Ziele wird jeder ein kleines junges Bäumchen einpflanzen. Der Himmel wird sein schönstes, lachendes Gesicht aufsetzen, und ein leises Lüftchen wird einen Segen flüstern. II. Es ist ein wunderbarer Sabbathvormittag, so schön, wie ihn nur der Frühling zaubern kann. — Festlich geputzte Menschen kommen aus den Synagogen. — Ich gehe durch die dichten Reihen der Chassidim, die ihre grellfarbig bunten Samt- *näntel tragen, wenn es auch die liebe Sonne gar gut meint. — Und gar sabbathlich gestimmt gehe ich langsam hinauf zürn ^har sittim", dem Oelberg. Die Zeiten sind freilich längst vorüber, da ihn noch zahllose Oelbäume bedeckten. Nur der Name erinnert noch an die Vergangenheit. Aber doch, im Garten* eines englischen Lords habe ich junge Oelbäumchen gesehen, die heuer vielleicht zum erstenmal blühen wollen."'— Und jetzt stehe ich auf der Höhe. In einen zarten, feinen Duftschleier ist das herrliche Panorama der heiligen Stadt gehüllt. Ein reiner liefblauer Himmel, auf dem nur wenige Lämmerwölkchen dahinsegeln, spannt sich über das schöne Bild. Welch ein buntes Meer von Häusern, Kuppeln, Kirchtürmen und Minaretts! Aber drei Wahrzeichen ragen besonders hervor: Die schöne Omarmoschee; die Grabeskirche, das größte Heiligtum der Christenheit und der hohe Turm der Davidsburg, die jetzt den Halbmond; auf der Spitze trägt. — Dann wende ich mich um und sehe in der Ferne am Horizont als Grenze das Gebirge Moab. Doch was glänzt dort in der Tiefe im zitternden Sonnenlicht, so wun-; dervoll smaragdengrün? — Es ist das stille Wasser des Toten Meeres, die Stätte lebensloser Einsamkeit. HL Im Hofe der neuen Schulen in Jerusalem sammeln sich an einem sonnenhellen Morgen Lehrer und Schüler. Alles ist freudig erregt, frische frohe Gesichter! Es ist ja die erste große Wanderung, die unser neu gegründeter Bund machen soll, hinaus,- dem leuchtenden Frühling entgegen, in die Fluren von Judäa. Wir haben uns diesmal an Euch im Galuth ein gutes Beispiel genommen und einen Wanderbund ins Leben gerufen, der gar rasch aufblühen will. Ist's nicht ein wunderschöner Zweck, mit frischem, frohem Mut das Land der Ahnen zu durchwandern, in ernster Andacht an den Stätten einstiger jüdischer Größe zu iveilen, — dann aber, den Blick in die Zukunft gerichtet, "hin-; zugehen in die jüdischen Kolonien, wo der jüdische Bauer den Pflug über jüdisches Land führt, wo der opferfreudige jüdische Arbeiier die Orange pflegt und die Olive pflanzt, wo der sonngebräunte Kolonistensohn auf feurigem Pferd dahinjagt, wo* der

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