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Blau-Weiss-Blätter · 1914-04-01 · 1 (4.1914) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1914-1915)
Issue
1 (4.1914)
Date
1914-04-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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4 Blau-Weiß-Blätter ernste, junge Schomer auf getreuer Wacht steht?---Das Land blüht auf wie die Blume auf den Wiesen. — Es rollt frisches, lebenswarmes Blut durch alle Adern. — Wenn die Scharen der jungen Wanderer mit festem Schritt durch die Straßen der alten Davidsstadt marschieren, wenn ihr stolzes hebräisches Lied erschallt, dann schüttelt wohl mancher von den Alten verwundert das Haupt. In vielen Herzen aber wird die Ahnung wach: Das ist die Erlösung des tausendjährigen Leids, das ist das Bild der neuen, jüdischen Jugend. Die jungen, frohen Wanderer in Erez Jisrael bieten Euch„ Ihr Brü.er und Schwestern im Galuth, einen frohen Gruß! - Der Lenz ist eingezogen ins Land und in die Herzen. Und Ihr* die Ihr durch deutsche Gaue wandert, öffnet Eure Herzen weit, damit auch bei Euch einziehe ein heiliger, neuer Frühling! Josef Qlaeser, Jeruschalajim, 8. Scbwat (4. Februar 1914}» Was uns fehlt (Fortsetzung) Völlig unbrauchbar für uns ist natürlich von vornherein die Portraitphotographie nach dem Motto: „bitte recht freundlich*. Sie zwängt den Menschen in eine ungewohnte Pose und ist imstande, ein schönes und geistvolles Gesicht in die leere Grimasse einer Puppe zu verwandeln. Genau ebenso schlimm ist die beliebte Gruppenaufnahme, die eine Anzahl Menschen möglichst eng und unbequem zusammendrängt. Hier tritt der Einzelne naturgemäß hinter der Gesamtheit zurück, ohne daß dadurch das Ganze auch nur einen Schein von Eigenleben und Ausdrucksfähigkeit gewinnt. Diese Bilder haben eine fatale Aehnlichkeit mit den früher sehr beliebten Makartbouquetts, die jetzt glücklicherweise ganz aus der Mode gekommen sind. In diesen Bouquetts quetschte man eine Unmasse schöner und kostbarer Blumen in eine Hülle bunten Spitzenpapiers derart zusammen, daß man schließlich statt lebender Blüten nur noch ein knallbuntes, im Grunde herzlich gleichgültiges Tapetenmuster zu sehen vermeinte. Ich brauche den Vergleich nicht weiterzuführen. Die Folgerung ergibt sich von selbst. Wer Lebendiges photographieren will, muß suchen, ein Stück Leben auf die Platte zu bannen. Ob es sich um einen Menschen oder ein Tier, einen Baum oder gar ein Stuck Landschaft handelt, spielt weiter keine Rolle. Wer mit Lust und Liebe und etwas gutem Geschmack an die Sache herangeht, wird überall das Charakteristische heraus zu finden wissen. Es muß schließlich möglich sein, die Photographie eines Zuges von Wandrern auch abgesehen von der Kleidung von der irgendeiner U. II. O. irgendeines Gymnasiums 2u unterscheiden. Freilich, ganz ohne Mühe wird sich diese Forderung nicht

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