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Blau-Weiss-Blätter · 1914-02-01 · 10 (2.1914) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1913-1914)
Issue
10 (2.1914)
Date
1914-02-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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2 Neueingetragenen mit der Ueberhebung des erfahrenen und verdienten Mannes entgegenzutreten. Es ist eine Taktfrage, wie ihr euch dem Unbeholfenen, Schüchternen oder dem, der sich so schnell nicht der ungewohnten Organisation einzufügen weiß, gegenüber zu verhalten habt, und wie ihr die Ehre eures Zuges und damit unsere eigene Ehre dem Böswilligen gegenüber schützen sollt. Der rechte Wanderer wird stets recht zu handeln wissen und dabei nie vergessen, auch in dem Schlimmsten, so lang er bei uns ist, den Kameracen zu sehen .... Ich hätte über dies gewiß viel behandelte Thema schwerlich geschrieben, wenn es nicht doch immer wieder aktuell werden würde. Es wäre besser, wenn es nicht nötig wäre, sich damit zu befassen, und wenn wir so Zeit gewännen, die Fehler auszumerzen, die wir im Vergleich zu anderen Organisationen auch sonst noch besitzen. Ich muß sagen, ich freue mich jedesmal, wenn ich Wandervögel singen höre. Wenn wir singen, ist meine Freude bedeutend geringer. Wers mit durchgemacht hat wird mir recht geben. Da gibt es Wanderer, die mit unheimlicher Sicherheit stets den falschen Ton treffen, manche, die zu schnell, andere, die zu langsam singen: einige, die sich nicht am Lied beteiligen, weil sie den Text nicht kennen und andere, weil ihnen das Singen keinen Spaß macht. Die wenigen Eifrigen fühlen sich natürlich verpflichtet, durch möglichstes Schreien ihre gute Gesinnung und ihr musikalisches Talent zu bekräftigen. Das muß anders werden. Unser Blau-Weiß-Liederbuch, das ja jetzt glücklich erschienen ist, enthält eine Menge hübscher Lieder. Mit etwas Eifer und gutem Willen wird der Sangestreudige sich Texte und Ton einprägen, der Begabte die Weise auf der Zupfgeige spielen lernen .... Aber beherzigt das. was ich im Vorwort zum Liederbuch sagte. Ein Lied ist ein gar empfindlich Ding, und nun gar ein Volkslied. Es kann wunderschön klingen und ganz abscheulich, selbst wenn es die gleichen Sänger gleich gut singen. Da spricht Vieles mit, nicht nur Zeit, Ort und Stimmung. Deshalb eine Bitte: mißhandelt mir die schönen, jüdischen Vofkslieder nicht. Sie eignen sich bis auf wenige kaum für den Chorgesang. Der Einzelne mag sie singen und ihnen Ausdruck und Empfindung verleihen. Wer nicht im Stande ist, sich in diese Schöpfungen unseres Volkes hineinzufühlen, soll besser zuhören, als vortragen.; Im-Anschluß daran möchte ich kurz auf etwas hinweisen, das bei uns noch recht im Argen liegt. Ich meine das Zeichnen und Photographieren, Nennt's nicht unwichtig und unnötig. Freilich, mit dem Wandern hat s nicht durchaus etwas zu tun. Alter wem seine Fahrten ein Schatz der Erinnerung bleiben sollen, der fürs Leben reicht, wird weder auf das eine" noch auf das andere verzichten wollen. Freilich auch liier ist mit wildem

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