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Blau-Weiss-Blätter · 1914-01-01 · 9 (1.1914) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1913-1914)
Issue
9 (1.1914)
Date
1914-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Blau-WeiS-BIätter 7 ab. Leider wollten sich aber die braven Steiner immerzu nützlich machen und verschütteten uns so unser mühsam gegrabenes Kochloch. „Unter Schelten und unter Fluchen* versuchte zwar Führer Karpel mit possierlichen Arm- und Bein- Bewegungen und Sprüngen die Dorfjugend zu vertreiben, aber nur mit dem zweifelhaften Erfolg, daß er derselben einige ergötzliche Minuten verschaffte. Kurz nach 3 Uhr marschierten wir ab und erreichten gegen J/96 Uhr die Stadtgrenze, wobei wir noch wehmütig die Ueberreste der Jahrhundertausstellung betrachteten, die eine Woc'ie vorher geschlossen worden war. Ernst Wiener, Breslau. Meine erste Fahrt An einem recht trübe und ernst ausschauenden, frischen Morgen zog ich hinaus, mit neugieriger Spannung, wie sich diese meine erste Fahrt gestalten würde. Sollte doch abgekocht werden, ein Vergnügen, das ich schon lange kennen lernen wollte. Den Führer und einen Wanderer, die einzigen Teilnehmer der Fahrt außer mir *) und den zweiten Führer, der jedoch nur die Hälfte der Wanderung mitmachte, lernte ich schon in der elektrischen Bahn kennen. An dem Versammlungsplatz in Kl.-Tschansch angelangt, könnten wir keine Menschenseele entdecken, und als nach einigem Warten endlich der zweite Führer mit dem Kochgeschirr erschien, rückten wir los. Zunächst ging's durch die malerische Knopfmühle hindurch immer längs des Onlelautes bis nach Pirscham, wo wir anlangten, ehe wir es uns versahen. Das Wetter war inzwischen errlich schön geworden, und ehr strahlend blauer Himmel zeigte uns die Gunst Neptuns. Erst jetzt konnten wir recht die Schönheit der Landschaft bewundern Unter frischen Wanderliedern ging es nach Aithofoäß, und bald darauf machten wir unsere Frühstücksrast. Unter allgemeiner Spannung wurde der Kochtopf geöffnet, der die schönsten Ueberraschungen enthielt in Gestalt von Nudeln, Reis etc. Mach einer wichtigen Beratung über die beste Zusammenstellung unseres Mittagsmahles brachen wir wieder auf, und jetzt verließ uns der zweite Führer, um auf kurzem Wege Breslau zu erreichen. Nun wanderten wir durch Pltischwitz. tin Dorf, das sich besonders duich den unglaublichen Zustand seiner Landstraße — wenn man überhaupt noch diesen Ausdruck gebrauchen kann — -auszeichnete. Nachdem wir die Schönheiten der hier in der Nähe fließenden Oder bewundert, winkte uns schon in geringer Entfernung der riesige Schorr stein der schlesischen Ueberlandzeritrale in Tschechnitz, die wir auch bald erreichten. Natürlich wollten wir dieses großartige Werk kennen lernen und wandten uns daher an den Werkmeisteri um Einlaß zu erlangen. Doch alles vergebens! Er bestand hartnäckig darauf, wir müßten uns mit dem in Breslau wohnenden Leiter in Verbindung setzen. Also, kehrt! Auch gut! Unterdessen war es hohe Zeit geworden, und \\# machten eilig unsere „Einkäufe*, um dann abzukochen. Trotzdem das Holz feucht war und der Wind sich redliche Mühe gab, unser Feuerlein zu verlöschen, brachten wir ein leckeres Mahl zusammen, das uns besser mundete als sonst zu Hause ein vornehmeres. Nach 2 Stunden Aufenthalt konnten wir weiterziehen. Unser Ziel war der Jungfernsee, und wir hatten sogar, 3as Glück, über den Weg dahin von den Bewohnern des Dorfes eine ziemlich übereinstimmende Antwort zu erhalten, ein Fall, der sicher recht selten ist Dbc£ wir lachten allzufrüh! Natürlich kam eine Wegkreuzung ohne Wegweiser, uti^ selbstverständlich schlugen wir den falschen Weg ein, d*T sich auch bald in Wohlgefallen auf.öste. Nun ging's an der Hand der Karte weiter, durch herrliche Waldtriften und — was ja der größte Reiz war — auf verb tenen Wegen. Doch erreichten wir bald die Bahnstation Kottwitz, die dicht an dem See Hegt und zwar ohne einen Umweg gemacht zu habjn, ja, vielleicht auf kürzerem Wege. Nun noch eine kurze Kaffeerast an dem Ufer des ernsten zauberba{tep Waldsees, und wir machten uns an den Rückweg, nachdem wir vorher noch *) Das liest man von euch Breslauern aber oft, daß nur so wenige gewandert sind! Woran liegt das? F. R.

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