Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- 9 (1.1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 lange, lange Zeit vor dem Gotteswunder des Münsters mit den Standbildern der siegreichen Kirche und der besiegten Synagoge. Mit frohem Hedad veiließen wir Straßburg, um wieder in die Pflichten des Alltags zurückzufahren und uns an der Eiinnerung des Erlebten und Durchwanderten auf neue Wanderfahrten zu freuen. Dr. Otto Simon, Mannheim. Die dreitägige Riesengebirgsfahrt 1. Tag: Agnetendorf - Schneegrubenbaude— Elbfallbaude—Panschefall— Schüsselbauden. 2. Tag: Spindelmühl -Keilbauden— Rennerbauden- Fuchsberg— Petzer. 3. Tag: Grenzbauden - Forstbauden —Schmiedeberg _■• Dies unser Weg; wen er besonders interessiert, ^uche ihn auf der Karte. Ich will niederschreiben, was an Erzählenswertem mir grad* unter die Feder kommt. — Als wir von Agnetendorf aufstiegen, merkten wir, daß die Natur schön ist, selbst wenn — man nichts sieht. Ein dichter Nebel lag über uns, oben schneite es sogar. Aber als wir an den Elbgrund kamen, da lag es unter uns wie ein wogendes, wallendes Meer. Ucber uns war der Himmel wieder klar, vor uns tief unten lag der NebeL Und dann stiegen wir wieder in den Nebel hinab, schritten fort, immer am Elbgrund entlang, da tauchten plötzlich hoch, oben 3 hohe Bergspitzen aus rötlichem Gestein auf, ein wundervoller Anblick — und wir standen lange standen da — Am nächsten Morgan weckte uns leuchtender Sonnenschein uud wir eilten weiter durch die sonnigen Wälder mit ihren lichten Herbstesfarben und freuten uns. E,n neues Bild: Wir sind aüf der Wohnungssuche für die Weihnachtsferien. Wir treten in Bauernhäuschen ein. Die Kinder blicken uns halb verschämt, halb neugierig an, und auch die Bäuerin ist ein bissei verschämt. Nur das Jüngste kümmert sich nicht um uns; das liegt bar jeglicher Bekleidung auf ein paar alten Decken am Boden und kräht lustig in den Tag hinein. Als wir heraustreten, kommt die Dorijugend grad aus der Schule. Und sie eilen — wie wir — froh des Zwanges ledig zu sein davon. Ein paar keilen sich herum, andre ärgern die Mädchen {das tun wir allerdings nicht als gesittete Großstädter). — Ich könnte noch viel erzählen, was wir auf unserer Fahrt sahen. Man erlebt dabei in 3 Tagen mehr, als hier in der Großstadt in einer Woche. Doch der Bericht muß fort. Schalom! Norbert Elias, Br* slau. Eine Wanderung, an der nichts weiter bemerkenswert ist als der guteKakao, denKarpel II zuMittag kochte (2. Ii. 13.) Drei Wanderer waren gerade im Begriff, die Sperre zu passierer, als mein Bruder und ich eine Minute vor Abgang des Zuges ins Bahnhofsgebäude Hasteten. Auf dem Bahnsteig waren wohl so ziemlich alle Wandervereimgungert Breslaus vertreten. Da waren Alt-Wandervögel, Jung-Waudervögei und 07, Mädchen- und Jungengruppen. Kurz nach Verlassen des Bahnhofs fuhr der Zug an der Gasanstalt IV vorüber, in der gerade der Ballon „Windsbraut*4 gefüllt wurde. In Hundsfeld stiegen wir aus, während „die bessere Hälfte** des Wandervereins unter lebhaftem Schalom unsererseits weitergondelte — Hierbei möchte ich noch bemerken daß die Mädels in einer für uns Jungen geradezu beschämend großen Anzahl erschienen waren. Von Hundsfeld gings durch das Nest Görlitz hindurch nach Wildschütz, wo wir die erste Rast machten. Unterwegs konnten wir den in ganz geringer Höhe schwebenden Ballon bewundern, dem wir ein begeistertes «Hedad* hinaufsandten. Von Wüstendorf wanderten wir nach Steine, ein an sich ziemlich Öder Weg. der aber durch die Erzählungen der beiden Kaipels und Mandowskys über die vorjährige Petzerfahrt sehr interessant gemacht wurde* In Steine kochten wir unter großer Anteilnahme der Dorfjugend im Strandsands