Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- 8 (12.1914)
- Date
- 1914-12-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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24 Blau-Weiß-Blätter diges. Hedad zur Folge hatte. So sehr zu Neckereien gestimmt waren wir schon lange nicht, und wir ließen es einander auch tüchtig fühlen. Da .rief jemand: „Der Korn-Zug!a, und mit lauten Rufen stürzten wir vorwärts, ihn zu begrüßen Zu unserm Erstaunen vernahmen wir nach einigen Minuten schon wieder, daß uns ein zweiter Zug entgegenkomme. Wir wollten es nicht glauben, und richtig, es war ein Scherz der Buben. Spätei, schon ganz nahe unserem Endziele Sievering, trafen wir einen deutschen Wanderer, der uns fragte, wer wir seien und uns erzählte, daß er schon früher einen Bubenzug mit derselben Ausrüstung, wie wir sie tragen, getroffen hätte. Also vermutlich auch einer unserer Züge. Unter heiterm Plaudern setzten wir unsern Weg fort, und nach 3/4 stündiger Fahrt kamen wir, wie es uns auch unser Magen sagte, lange nach der gewöhnlichen Mittagszeit zu Hause an. Mit treujüdischem Wandergruß! Berta Abramowicz, Irma Zimmer. Wien- Unsere erste Gebirgstour 7. Dezember. Früh ^26 Uhr: Rrrrrrrr — schnurrend geht der Wecker ab. Aus Träumen von Telefonklingel, Schneegestöber oder weiß ""was in die Wirklichkeit hinüberdämmernd, hör' i' mei* Schwester mit Radau aus dem Bett stolpern; an Plumser, a Gebrumm, und mei' Bettdeck' war nimmer da. Jetzt g'schwind anzog'n; es war höchste Zeit. Am Bahnhof angekommen, waren alle schon versammelt. — Wir 9 Mädels mit Rodel, Skier und Klampfen bepackt, machten uns auf den Weg. Langsam ging's, langsam. Tief lag der Schnee, der Rucksack drückte. Alimählich kamen wir auf die Höhe des Kesselbergs, unter uns der schwarze Walchensee, ringsherum die schwer beschneiten Berge und Wälder. Ein ergreifender Anblickl Quartier bekamen wir geschwind. Ein echter Holzerschmarn wurde fabriziert, und nun wieder frisch und munter zogen wir mit den Rodeln auf den Herzogstand. Fein war die Abfahrt, günstig. Zwar rodelten einige das erste Mal, wälzten sich auch dementsprechend viel im Schnee, aber g'falln hat's einer jeden. Am andern Morgen haben wir uns überlegt, daß es bei dem vielen Schnee doch nichts Rechtes wäre, nach Mittenwald zu gehen, und so beschlossen wir, in Urfeld zu bleiben und zu üben. Wie gar einige anzufrieren drohten, machten wir uns auf nach etwas Warmem. Da tauchten vorne auf der Höhe der Straße vermummte Gestalten aus dem dämmernden Nebel, mehr und mehr, hüben an zu rufen, und ein vielstimmiges „Grüß Gott" wälzte sich nieder ins Tal. Unser Thermometer ging plötzlich auf blaß herunter, ein erkennender Schrecken durchfuhr uns. Das sind ja unsere Buben. Mit mannhaft trutzigen Landsknechtschritten marschierten sie fürbaß um den großen Kochhafen geschart wie die 7 Schwaben um den langen Spieß. Da wir nun weiter denselben Weg hatten, so konnten wir uns gar viel erzählen. Im Saus gings nach Kochel runter und in den Zug. Aus der Fülle der Rucksäcke stellten wir ein gar schönes Abendessen zusammen. Alsbald hub viel Singen und Klingen an, daß die Leute die Ohren spitzen konnten. Henny Feuchtwanger, München. Mitteilungen Der Jüdische Wanderblind „Blau-Weiß" in München beteiligt sieh von jetzt ab an der Heransgabe der „Blan-WeiB-Blätter". Die Berliner Wanderkasse hat auf Beschluß der Führerschaft den Bestand ihrer Kasse von 30 M für die Instandsetzung des Heims hergegeben. Wir alle .danken ihr dafür. Damit hat sie ihre Tätigkeit in würdiger Weise b e e-n*! e t