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Blau-Weiss-Blätter · 1916-01-01 · [1916] · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
3 (1915-1916)
Issue
[1916]
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Einsamkeit, bis die Lonne es nicht mehr erlaubte; sie hat uns heftig das Antlitz verbrannt. — Dann spielten wir Ball. G, wie konnte und mußte der hier fliegen! Und dann sonnten auch wir uns und wurden so träge und dachten hin und her, und daß heut schon Montag wäre. . . . Aber gleich darauf stand doch das Karree wieder geschloffen, und es ging weiter durch den Forst Langeloh mit den hohen Tannen und den alten Kiefern und dem weichen Waldboden, wo die abgefallenen Zweige bei jedem Tritt knackten. Am Nachmittag erwarteten wir dann beim Forsthaus Ehrhorn zum zweiten Mal das Eintreffen der Inngens. Wir vertrieben uns die Zeit mit Kränzleinwinden, die als Verzierung rote Ketten von aufgereihten Vogelbeeren bekamen, und als die Iungens endlich erschienen, sprangen wir Mädels ihnen mit Heidekränzen geschmückt entgegen. Im Kreise gelagert gaben wir dann den Iungens ein Nüßlein zu knacken, das sie einige nachdenkliche Viertelstunden kostete; dann sangen wir gemeinschaftlich Rastlieder, von denen Poh beerez das schönste war. Als wir bald darauf an der Försterei vorbeizogen, stand der Förster an der Tür und schaute uns wohlgefällig nach. Mit Lang und Klang kamen wir dann nach einstündigem Marsch am Bahnhof Wintermoor an. — — Und nun ist all das vorbei, und nur die sanfte Freundin Erinnerung lächelt uns zuweilen an. Hamburg FriedaRosenow 3m Canfcbeim Zwölf Iungens vom zweiten Zuge haben neun Tage im heim gehaust. Das Häuschen liegt fast einsam oben auf einer höhe des Aggertales. Nur zwei Familien find unsere Nachbarn. Man ist so weit weg da oben von allem Trubel und Verkehr, so schön allein und ungestört. Und wenn wir singen und lachen, dann schaut uns kein Dörfler verständnislos an, höchstens das Echo kann es hören in den Bergen, oder eine Kvh muht die Antwort . . . Bei schönem Wetter legt man sich auf die Wiese vors heim und läßt sich die Lonne ins Gesicht scheinen oder schaut ins Tal hinab, wo die Agger fließt, wo ein Dörfchen mit roten Dächern am Berge hängt, wohin sich auch manchmal ein Bähnchen verirrt und sich dann schrecklich wichtig tut mit vielem Dampf und lautem Gebimmel.

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