Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 3 (1915-1916)
- Issue
- [1916]
- Date
- 1916-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Hellrot -er Heidekrautblüten, und -er weiße Heidesand knirschte unter unseren Füßen. Mitten in dieser Weite unter einsamen Tannen machten wir mittags Rast und harrten der Zungens, die doch kommen mußten. Ganz sacht kam jetzt die Sonne hervor und der Himmel, von dem Ach die Wolken verzogen hatten, wurde ganz blau. Ls war so still, die Heide lag Im goldenen Mittagssonnenstrahle, Lin rosenroter Schimmer flog Um ihre alten Blütenmale. Der Heidedust stieg in die blaue Sommerlust. — Lauter Ruf schreckte uns aus unseren Träumen; ganz hinten tauchte ein Etwas auf, das sich bewegte. „Die Znngens, die Znngens! Schalom!" und schon waren sie heran und schüttelten uns die Hände.— Bei fröhlichem Spiel flog dann die Zeit. Der Höhepunkt waren unbedingt die Gladialorenkämpfe der Zungens, von deren kraftvoller Ausführung manch blauer Fleck und manche Beule Zeugnis ablegten. — Dann brachten uns die Zungens zu unseren! Nachtquartier in Wesel und gingen weiter nach Undeloh. Wir aber hielten unseren Einzug und freuten uns mächtig, als wir alles so nett hergerichter fanden Ghne Rucksack liefen wir noch in den finkenden Abend hin; aus, und vom Rande eines Wäldchens genossen wir den Widerschein des Sonnenunterganges und blickten solange in die glühenden Wolken, bis sie langsam verblichen, und die Welt sich in Dunkel hüllte. Nur die blutroten Vogelbeeren ließen nicht ihr brennendes Leuchten . . . Wir. gingen nun zurück in unser Dörfchen, ans das sich stiller Abendfriede gesenkt hatte. — Um 9 Uhr lag alles in der Alappe, aber die Wände hörten noch lange ein Gewisper und Geflüster, der Boden hallte noch oft von schnellen Füßen wieder, die hinüber zu einer anderen eilten. Line helltönende Turmuhr gab vier metallene Schläge, da krähte der Hahn, und wir wurden wach. Gar bald nahmen wir in dem hübschen Garten unseres Wirtes den Morgenimbiß ein, was den Rucksack wieder etwas erleichterte. Dann find wir ausmarschiert, und bald umdustete uns wieder die Heide,. und das Summen der Honig sammelnden Bienen begleitete unser Morgenlied. Weit, weit erstreckte sich die leuchtende Ebene, und manchmal blieb der Blick an einer /dunkelgrünen Wachholderbaumgruppe haften, oder er verlor sich ganz b^ zum Rande, den ein sonnenübcrglänztes Birkenwäldchen bildet^ Auf einer Anhöhe machten wir Rast und schauten auf diese herrliche