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Blau-Weiss-Blätter · 1913-09-01 · 6 (9.1913) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1913-1914)
Issue
6 (9.1913)
Date
1913-09-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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4 Blau-Weiß-B&tter Wandrerinnen, der jüdische Wanderbund „Blau-Weiss" Wien, der mit seinen 6 Knaben- und 2 Mädchen-Zügen vollzählig erschienen war. Die Wanderausrüstung, Rucksack, Feldflasche, Wanderstab, hier und da große Kochtöpfe und Kochgeschirre amüsierten das Publikum sehr. Gerade die Jüngsten unter den Turnern, die Wanderer und Wandrerinnen, erregten das größte Wohlwollen bei allen Anwesenden, Erwachsenen und Kindern, Turnern und Nichtturnern. Nachdem die Turner und Turnerinnen gegenüber den Tribünen aufmarschiert waren, zog der Wanderbund „Blau-Weiß*" Wien vor die Tribünen, und durch die Rede des Vorsitzenden der Jüdischen Turnerschaft wurde die neue Fahne des jungen Wanderbundes eingeweiht. Und der weißseidenen Fahne mit dem blauen Mögen David folgend zogen dann, unter dem Jubel der Zuschauer, die Wanderer und Wandrerinnen von dannen, um jetzt den turnerischen Vorführungen zuzusehen. Besonders wirksam waren die von mehr als 600 Turnern ausgeführten Freiübungen. Der ganze Platz übersät mit gleichgekleideten Turnern, die alle nach dem Takte der Musik ihre Uebungen genau und gleichmäßig ausführten. Der Rhytmus dieser Massen erwärmte auch den nüchternsten Zuschauer, und reicher Beifall lohnte die Mühen der Turner. Nicht weniger gut waren dann die Geräteübungen der Turner und Turnerinnen am Reck, Barren, Bock usw. Besonders die Musterriege des deutschen Kreises der Jüdischen Turnerschaft und vor allem die wunderbare Reckriege aus Budapest erregten helle Begeisterung. Besonders interessieren uns noch jiie turnerischen Leistungen der Wanderer aus Lemberg und Budapest. Diese Wanderer sind farbiger gekleidet, — wie die Turner und Turnerinnen Oesterreichs und Ungarns, im Gegensatz zu den reichsdeutschen, überhaupt. Organisiert sind sie nach dem System der Pfadfinder in England" Sie tragen in Lemberg grauen, breiten Hut, graues Hemd und kurze Hosen, in Budapest gelbes Hemd, grünes Halstuch, braune Schuhe. Ihre Leistungen im Turnen waren sehr erfreulich, vor allem sehr interessant; es waren für uns ganz neue, eigenartige Uebungen, die gegen 10 Paare gemeinsam ausführten. Noch lange wird jeder Zuschauer dieses imposante Bild des jüdischen Turnfestes der iausend Turner und Turnerinnen im Gedächtnis behalten und sich besonders über die jugendlichen Wanderer und Wandrerinnen freuen, denn der Eindruck, den dieses Schauspiel einer zu neuem Leben erwachten, selbstbewußten jüdischen Jugend, die sich ihres Daseins und ihrer Kraft und ihres Mutes freut, in uns allen hervorrief, war ein gewaltiger. Und begeisterter vielleicht noch als wir, waren jene .Tausende von Zuschauern» die aus Rußland nach Wien gekom-

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