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Blau-Weiss-Blätter · 1913-09-01 · 6 (9.1913) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1913-1914)
Issue
6 (9.1913)
Date
1913-09-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Blau-Weiß-Blätter 3 sack ungeduldig auf der Landstraße hin und her. Da der Führer meist noch Geldgeschäfte zu erledigen hatte, fruchtete diese stille Mahnung zum Aufbruch wenig. Das Rechnen ist die Freude des Fuhrers. Er steht deshalb bei seinen Wanderern im Rufe eines Geizhalses. Dabei gibt er jeder Gruppe (je 4 Mann) 1.— M Mittagsgeld. Verhungert ist auf unserer Wanderung niemand. 6. Wir machten, tat's not, ziemlich stramme Märsche; freilich ohne den Ehrgeiz, möglichst viele Kilometer herunterzureißen. Wirklich „geklotzt" wurde selten; man hatte stets Zeit, nach rechts und links zu schauen. Weniger Begabte schafften sich trotzdem Blasen an. Da Herr Dr. Weißenberg nur über zwei Binden verfügte, verlief der Heilungsprozeß in allen Fällen günstig. Fast immer gab's einen Vortrupp und eine Nachhut. Der Nachhut gehörten stets dieselben Leute an. Der Führer hatte; Verbindungsmann zu spielen. Wurde es zu arg, so hängte man die Säumigen einfach ab und belästigte die Eisenbahn. Der, Fuhrer zahlte den Maladen seufzend ihren Sold und zog mit der „Elite" weiter. Am Vormittag schaffte man womöglich den größeren Teil der Tagesstrecke. Besonders, wenn am Nachmittag die Berge kamen. Vor denen hatten einige von uns höllischen Respekt. Sie kamen deshalb auch immer erst hinauf, wenn die Sonne eben untergegangen war. Karl Glaser, Berlin. (Fortsetzung folgt.) Jüdische Wanderer beim Fest der Jüdischen Turnerschaft in Wien Am Sonntag, den 7. September, veranstaltete die Jüdische Turnerschatt ein großes Turntest auf der hohen Warte in Wien. Da in der Jüdischen Turnerschaft sämtliche großen jüdischen Turnvereine der Welt vereinigt sind, so sah man neben Wiener Turnern — Turner aus Deutschland, Bar Kochbaner aus Berlin, Turner aus Ungarn, Galizien und sogar aus Palästina. Nachdem sich mehr als zehntausend Menschen in hellstem Sonnenschein auf dem mit vielen Fahnen und Wimpeln ausge* schmückten Festplatz versammelt hatten, zogen unter den Klängen der Militärkapelle über 1300 Turner und Turnerinnen im strammen Schritt auf den Turnplatz. Unter dem immer wieder sich erneuernden Beifall der Zuschauer umkreisten sie in festem Tritt die Bahn. Jede einzelne Gruppe der verschiedenen Turnvereine wurde von den Zuschauern aufs genaueste beobachtet und durch begeisterte Hedadrufe begrüßt. Am meisten Interesse und Beifall erregte aber am Ende des Zuges das Völkchen der jüdischen Wanderer und

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