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Blau-Weiss-Blätter · 1913-09-01 · 6 (9.1913) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1913-1914)
Issue
6 (9.1913)
Date
1913-09-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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2 Blau-Weiß-BIätter 3eiz des Märchenhaften und Abenteuerlichen. Man ist nicht mehr Sklave des Gasthauses. Freilich muß man sich davor hüten, Sklave des Kochtopfs zu werden. In diesem Falle liegt man stundenlang an der Landstraße (an der „Gosse" sagt Herr Dr. Weißenberg), kocht 10 Gerichte und steht schließlich hungrig auf. So war's vielfach bei uns in der ersten Zeit. Freilich gab's fixe und geschickte Köche — daneben vegetierte jedoch die Hungergruppe und nährte sich von Wasser und Suppenwürfeln. Als der Führer dahinter kam, wurde gemeinsam auf Holz gekocht, in grossen Kesseln, in denen Riesenportionen Reis oder Gemüse brodelten und wunderbar schnell gar wurden. Freilich war das Abwaschen nachher unbequem und langweilig. Besonders Schlaue vertrieben sich angenehm die Zeit dabei, indem sie die Töpfe lustig hinausschwimmen ließen, bis sie ins Bodenlose versanken. 3 Das Abkochen erzieht zur Kameradschaftlichkeit. So sagt man wenigstens. Nach unseren Erfahrungen deckt es zunächst den Mangel an Kameradschaftlichkeit auf. Unglaublich schnell merkt man in der Kochgruppe die Fehler der Kameraden tder Balken im eigenen Auge wird einem bei Gelegenheit vom Führer demonstriert). Zu unserer Schande sei's gesagt; es gab ziemlich viel zu demonstrieren. Einige — nomina sunt odiosa — standen bestimmt auf dem Boden einer egozentrischen Weltanschauung. Da gab's so ein gewisses Zögern, wenn man etwas abgeben sollte, eine geschickte Art, sich ums Geschirrwaschen, Einkaufen, Wasserholen zu drücken; xLauehennatürlich auch Beispiele echter Wandertreue und braven Eintretens für den Kameraden. 4. Während des Abkochens wird gebadet und gespielt. Baden ist vergnüglicher für den Wanderer — der Führer durchfühlt dabei die Sorge der Henne, die junge Enten ausbrütete. Dennnoch ist das Freibad nicht zu entbehren. Badeanstalten gibt's nicht, und der staubige Körper muß rein werden und schweißfrei- Alle machen da freilich nicht mit. Man kann eben 4 Wochen leben, auch ohne zu baden. Der Führer zeigt jedoch in solchen Fällen eine wahre Tyrannennatur. Er sucht, dem Widerstrebenden seine abweichende Meinung aufzuoktroyieren. 5. Wird gespielt, so kann der Führer konzilianter sein. Wer nicht mitspielt, packt gewöhnlich seinen Rucksack. Man kann ihn ruhig packen lassen. Wenn zum Aufbruch kommandiert wird, packt er noch immer. Unsere Rast währte stets mehrere Stunden: meist wo 12—4, oft länger. So störte uns die Mittagshitze wenig. Eifrige Leute liefen während dieser Zeit der Ruhe" mit gepacktem R*^^-

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