Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- 5 (8.1913)
- Date
- 1913-08-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Blau-Weiß-Biätter Als wir vom Friedhof zogen, da stimmten wir unser kraft- Stolzes Turnerlied an, mit seinem freien Einheitswollen und seinem jungen Jubel: „Zum Henker das Kriechen und Bücken . . Uns war, als töne unser froher Sang hinaus in alle Welt, ivo-Juden wohnen, ihnen Kundschaft zu bringen von einer neuen Jugend, der die Natur zum Gotteshaus, ein Zukunftslied zum Gebet geworden. Und unsere Schritte wurden strammer. R. W . . . ., Wien. Von Fahrten und Rasten Eine Viertagsfahrt ins Gl atz er Gebirge (3.—6. August ) Sonntag um stiegen wir, 8 Mädel an der Zahl, in den Zug, der unsan den Ausgangspunkt unsrer Wanderung, nach Altheide, bringen sollte. Selbstverständlich 4. Klasse. Es war wundervolles Wetter, und so gab es sehr viele,, die, wie wir, sich auf billige Weise den Weg ins Freie zu verschaffen suchten« Es standen allein 23! Hinter Strehlen aber wurde es leerer, und nun packten Trude Lichtenstein und Else Kober die Lauten aus, und wir sangen zu unserer eigenen und allgemeinen Freude unsere schönen Lieder. Schließlich waren wir in Altheide. Singend — natürlich unter allgemeinstem Staunen — zogen wir durch das Bad, welches uns als Beginn einer Wanderung sehr gut gefiel. Dann wanderten wir durch das wunderschöne Höllental, welches aber garnichts erschreckliches an sich hat, zum Teil an der Weistritz entlang, wo wir eine erste kurze Kast Tüelten. Als wir nun weiter gingen, konnten wir unsere 3ggau tu ig, ~stce* den weitesten Weg zu gehen, selbst wenn es nähere gibt, mit Befriedigung konstatieren. Denn wir glauben dann eben, nur noch mehr Schönes gesehen zu: haben. Wir kamen durch Walddorf und durch Waldstein und schließlich nach Rückers. Von dort sollte uns ein etwas unwahrscheinlicher Weg nach Reyjerz führen. Als wir glaubten, den weiteren Teil des Weges überwunden zu haben, rasteten wir auf einer schönen, grünen, blumenbestandenen Wiese und erlabten uns an unseren reichlich mitgeführten Eßwaren. Wir aßen wirklich nach besten Kräften, doch unsere, ach so schweren Rucksäcke wurden kaum erleichtert Ais wir endlich aufbrachen, summten wir, innerlich seufzend »Trag Dein Pekele!" Nun gingen wir noch eine Weile durch den Wald und kamen dann auf eine Landstraße, an welcher sich bald ein paar Häuser erhoben. Was wir kaum zu hoffen gewagt: Wir waren in Reinerz! Es hat wirk* liph eine ganz wundervolle Lage \ Wir kamen in das Bad: es selbst ist auch wunderschön! — Wer auf den Kurplatz will, muß 20 Pfg." Eintritt zahlen. Wir standen vor der Pforte und diskutierten, ob sich eine solche Ausgabe lohne. Indessen hatte sich viel unbeschäftigtes Badepublikum um uns versammelt, und da die Stimmen» die uns um ein Liedlein baten, immer flehender wurden, sangen wir — wie immer —»Horch, was kommt von draußen 'rein* und noch einige Lieder. Da