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Blau-Weiss-Blätter · 1913-06-01 · 3 (6.1913) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1913-1914)
Issue
3 (6.1913)
Date
1913-06-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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4 Blau-Weiß-Biätter in den Alpen verbracht. Da konnte er vieles bewundern, aber wahrhaft vertraut werden wir mit der Natur nur in der Enge der Heimat, nur in ständigem Zusammensein enthüllt sie uns die letzten Geheimnisse ihrer Schönheit Darum eilt hinaus, und freut Euch an Wiese und Wald und Sonne. Macht die Augen auf und vergeßt die Skizzenbücher nicht! Genießt des Wanderns und des Lagerns, des Liedes und der stillen Versunkenheit, daß Eure Sinne erlöst werden von dem Fluche des Ghetto. Lernt aber auch in der Gemeinschaft, daß der Verstand für den einzelnen gut sein mag, daß aber erst der Wille, der sich am Willen der Horde kräftigt, die Gefahren, die allen drohen, abwenden, die Schwierigkeiten draußen überwinden kann, daß im Gemeingeist erst der Wille seiner Aufgabe gerecht wird. An der Natur reinigt Euch vom Geiste, genießend und handelnd! Daß aber der Jude seit Jahrhunderten dem Geiste sich hingab, das war kein Zufall. Um ihn lagerte Haß und Verachtung; er mußte sich zusammennehmen, um abzuwehren, was ihm drohte, — ist es zu verwundern, daß er da seinen ganzen Witz aufwand, um stets auf der Hut zu sein? So war er immer auf seinen Zweck bedacht, mußte es sein, und wir waren gerade deswegen doppelt verachtet, und uns erfüllte Scham ob unserer steten JRücksicht auf irgend einen Zweck. Aus diesem Dasein der bloßen Zweckmäßigkeit soll das Wandern Euch erlösen. Wenn die Welt heute stärker als je eine Kette von Zwecken — des Tages und der Stunde — ist, soll die Willkür des Augenblicks Euch erfassen, die Schönheit des Momentes: aus der Vernunft des bürgerlichen Tuns rettet Euch für einige Zeit hinein, in die göttliche Unvernunft der Ungebundenheit; in das Leben des geschäftigen, von Zwecken bestimmten Menschen falle ein Strahl künstlerisch-luftigen Abenteurerdaseins. Ihr braucht noch keine Judenfrage zu lösen, und sollt es auch nicht; aber Ihr sollt so die Kraft gewinnen, daß Ihr ganze Menschen werdet und uns einmal werdet helfen können. Darum fahrt nur fort, wie Ihr angefangen habt, hinaus in Gottes schöne Welt! Ihr jüdischen Jungen und Mädel, hedad! . Moses Calvary, Crossen. Etwas für unsere Mathematiker. Viele von Euch werden im Führerkursus oder auch sonst auf Wanderungen gehört haben, wie man mit Uhr und Sonne die Südrichtung feststellt und sich auf diese Weise im Gelände orientiert, nämlich so: Man hält die Uhr so, daß der kleine Zeiger genau gegen die Sonne gerichtet ist, halbiert dann den Winkel, der vom kleinen Zeiger und der Richtung nach XII gebildet wird. Diese Halbierungslinie gibt die Richtung nach Süden an. So macht man es, wenn man gerade keinen Kompaß

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