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Blau-Weiss-Blätter · 1913-07-01 · 4 (7.1913) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1913-1914)
Issue
4 (7.1913)
Date
1913-07-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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s Eine halbe Stunde war schnell verflossen, und wir mußten an den Aufbruch denken. Mit Sang und Klang wanderten wir weiter. Noch häufig lachten wir über die so gemütlich verlaufene Frühstücksrast Martin Kessler, Berlin. Eine Wanderung auf die Josephswarte Wir fuhren mit der elektrischen Straßenbahn nach Mauer und gingen dann durch Felder und Weingärten, bis wir an eine Wiese kamen, wo wir unsere erste Rast hielten. Da uns das Wetter günstig war, sahen wir bereits von hier aus nördlich den Kahlenberg, östlich Liesing und südlich eine Reihe von bewaldeten Hügeln. Dann wanderten wir fröhlich weiter. Nach zweistündigem Marsche durch den Wald kamen wir zur „Wiener Quelle4*, wo wir unser Mittagessen verzehrten. Unser Führer, Herr C 1 a b e r, hatte einen Kochapparat mit, mit dem wir uns einen Tee kochten. Nach dem Mahle sollte das Kriegsspiel beginnen Wir teilten uns in zwei Parteien, und auf ein bestimmtes „ Zeichen begann der Kampf, der ohne schweren Verlust endete. Nun zogen wir in geschlossenen Reihen nach Kaitenleutgeben. Als wir um die Ecke bogen, trafen wir ganz unerwartet einen Zug unseres Wanderbundes, au dem wir mit lautem Hedad vorüberzogen Am Nachmittag erreichten wir unser Ziel, die Josephswarte. Daselbst zeigte uns Herr Klaber, von wo wir gekommen waren» und welchen Weg wir zurückgelegt hatten. Als wir uns betrachtet hatten, gingen wir hinunter und machten noch eine letzte Rast. Dann gingen wir nach Mauer und fuhren heim. Tibor Grünwald, Wien. Schüler der ersten Klasse. Die Mittagsrast am Krampnitzsee (Von der Mädchenfahrt am 22. 6. 13.) *Wer See sieht, sieht Rast", das ist bei uns sprichwörtlich geworden, denn unsere Führerinnen lassen die Mittagsrast immer an irgend einem See halten. Dafür gibt es gewiß sehr viele Gründe, aber einer ist bestimmt der, daß Mücken-, Fliegen- und Spinnen-' braten ein feines Dessert geben. Auch Fräulein Davidsohn blieb der Regel getreu, und wir hielten am Krampnitzsee Mittagsrast. Natürlich hatte niemand Wasser da, und alle Durst. Wir fragten also nach einer menschlichen Behausung oder einer Pumpe und erhielten den Bescheid, daß wir nach Krampnitz gehen müßten. Das war aber noch eine Viertelstunde Weg, und wir hatten eine feine Raststelle. Die Durstigsten wurden von mitleidigen Leuten aus einer riesigen Flasche gelabt und die die Wasser zum Abkochen brauchten, mußten wohl oder übel mit Fräulein Rusolio nach Krampnitz gehen. Wir andern kochten ab. Neben uns lagerten Leute, die mit einem Motorboot hinübergekommen waren. Aber bei denen sah es anders aus als bei uns! Statt ihrer Tische und Stühle nahmen wir mit „Mutter Grünu vorlieb, ihr Gänsebraten, ihr Salat und ihr Kompott waren bei uns Kartoffeln, Eier und Würstchen, ihr Wein war bei uns Wasser. Das hört sich armselig an, nicht wahr? Aber vergnügt waren wir mindestens ebenso wie sie, und sie waren sehr vergnügt, und geschmeckt hat es uns* glaube ich, noch besser, denn wir hatten einen tüchtigen Weg hinter uns. Als wir Hunger und Durst gestillt hatten, zogen wir

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