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Blau-Weiss-Blätter · 1913-07-01 · 4 (7.1913) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1913-1914)
Issue
4 (7.1913)
Date
1913-07-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Blau-Weiß-BIätter Schuhe und Strümpfe aus, um unser Kochgeschirr im Krarnpnitzsee abzuwaschen. Aber daraus wurde nichts, denn das Wasser wimmelte von Blutegeln, und wir zogen es vor, diesen Tiereu keine nähere Bekanntschaft mit unseren Beinen zu gönnen. . Unsere Nachbarn baten uns, ein wenig zu musizieren, und wir leisteten der Aufforderung gerne Folge: erstens aus Bereitwilligkeit und zweitens hatten wir ja in Messingwerk gemerkt, daß, nicht immer „Undank der Welt Lohn ist". Und auch hier war es nicht Undank, sondern Schokolade. Zwei Herren, die mit einem Ruderboot da waren, ruderten mit uns, und es stellte sich heraus, daß der eine von ihnen Herr Neufeld war, und daß seihe Schwester schon mit uns gewandert ist. Zur Belustigung unserer freundlichen Nachbarn übten wir die Tänze, die wir bei Fräulein Davidsohn zum Heimabend gelernt hatten. Dann ruhten wir uns aus. Um 3 Uhr wanderten wir weiter; aber nicht wie Fräulein Davidsohn wünschte, ohne Unterbrechung, denn wir trafen gleich zwei Herren, die gerudert hatten, und in sehr netter, grüner Rudertracht waren. Als sie uns mit den Mandolinen sahen, nahmen sie ihre Ruder wie ein Instrument und sangert. Der eine sang amerikanische Lieder, tanzte und machte die komischsten Gesten. Ich fragte ihn: „Sind Sie Amerikaner?,4* „Nein, ich bin waschecht" „Waschechter Berliner?.4* „Nein, waschechter Payer." Nun mußten auch wir, wie das unter Künstlern üblich ist, ein Lied singen, und dann wanderten wir mit fröhlichem Gruß weiter. Elsa Rosenblüth, Berlin.. Mitteilungen Von der Führerschaft. Zum Führer wurde ernannt: cand. jtir. Georg Todtmann in Berlin; stud. jur. Ludwig Franz Meyer in B r e s l a u; zur Führerin: Toni Spitz in Breslau Beschluß der Berliner Führerschaft, In der Sitzung: am 12. Juli 1913 wurde folgender Beschluß gefaßt: Alle eingeschriebenen Wanderer und Wandrerinnen sind verpflichtet, in jedem Monat an mindestens einer Wanderung teilzunehmen. Wer verhindert ist, dieser Verpflichtung nachzukommen, hat sein Fernbleiben in einem Schreiben bei der Schriftführerin Edith Henschel, Charlottenburg. Sybelstraße 39 zu eotschuldigen. Die Nichtbeachtung dieser Bestimmung hat den Ausschluß zur Folge. Aufruf an die Berliner Wandrerinnen und Wanderer! Liebe Wandrerinnen und Wanderer! Am 23. Juni 1^13 war ein Jahr vergangen, seitdem wir im Jüdischen Wanderbunde «Blau-Weiß* wandern. Ein Jahr lang haben sich unsere Führerinnen und Führer der Mühe unterzogen, uns zu führen und haben uns die Freuden und Schönheiten der Natur erkennen lassen. Wir alle danken ihnen dafür. Aber wir wollen unseren Dank nicht nur in Worte kleiden, sondern ihn auch in die Tat umsetzen. Deshalb hat eine Anzahl Wanderer mit Erlaubnis des Vorsitzenden des Jüdischen Wänderhundes wBlau-Weiß*t Herrn Dr. Sachs, eine Wanderkasse gegründet. Diese Kasse bezweckt: 1. Die Ermäßigung der Unkosten bei mehrtägigen Touren. 2. Die Unterstützung von Wanderern bei Tageswanderungen.

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