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Blau-Weiss-Blätter · 1913-07-01 · 4 (7.1913) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1913-1914)
Issue
4 (7.1913)
Date
1913-07-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Blau-Welß-BIätter 7 ich Euch verrate, was wir abkochten. Ich sah z. B, wie einer von uns sich geschnittene Radieschen in seiner Suppe (Maggis Geflügelsuppe) kochte. Trotzalledem soll diese Suppe sehr gut geschmeckt haben. Ferner sah ich, wie einer von uns sich Rhabarberkompott bereitete Allem sah es ähnlich, nur keinem Kompott. Während des Abkochens hatten sich schon einige von uns entkleidet, um in dem Wasser der Nutbe zu baden. Nach und nach zogen wir uns wegen der drückenden Hitze Schuhe und Strümpfe aus. Nach einem kleinen Stafettenlaufe spielten einige von uns Barlauf. Nun will ich noch ein kleines Ereignis erzählen, das erwähnenswert ist: Nachdem wir ungefähr 2 Stunden gelagert hatten, kam der Knecht des Bauern und schimpfte wüst drauf los: „Wer uns det erlaubt hätte, hier so'nen Unfug zu machen, wir sollen gleich heruntergehn von die Wiese, die Olle wird scheen schimpfen!" - Herr Glaser ordnete aber sogleich die Angelegenheit durch einen Redeschwärm von Entschuldigungen. Der Knecht gab sich zufrieden und ging; da öffnete sich plötzlich das eine Fenster des Bauernhauses und eine Frau schimpfte wie efn Rohrspatz. Wir hörten noch den Knecht vor sich herbrummen: „Sei, blos ruhig, olle Zicke!" Und damit war die Angelegenheit erledigt Darauf schliefen die einen, andere ließen sich von der Sonne braun brennen So hatten wir nahezu 41 9 Stunden gelagert und marschierten darauf wieder mit frischem Mute in Gottes schöne Natur weiter. Mit jüdischem Wandergruß M. Löwenthal, Berlin. Eine kurze Rast in den Gosener Bergen Wir Berliner hatten bereits eine Wanderung von Erkner über Neu-Zittau nach Gosen gemacht, als einer vorschlug, die nahegelegenen Gosener Berge zu besteigen. Die Führer stimmten ihm bei, und mit einer Schwenkung nach links eilten wir unserem Ziele entgegen. Bald waren wir am Fuße des größten Berges angelangt, und wir schritten diesen hinauf. Bei dem raschen Aufstieg sank der Wald unter uns tiefer und tiefer und die Aussicht wurde freier und freier. Nach einein kuizen Marsche befanden wir uns auf der Kuppel des Sandberges Den gegenüberliegenden Hügel lief gerade ein wohlbeleibter Herr herunter. Er hatte so stark gewölbte Ö-Beine, daß man ganz bequem hätte eine große Kanonenkugel hindurchschießen können. Nachdem wir eine Lagerstätte gewählt hatten, nahmen wir das wunderbare Panorama in Augenschein, im Westen der Seddinsee, im Süden Schmöckwitz und der Zeuthener See, im Osten der Wernsdorfer See, im NorJen Gosen und echter märkischer Wald. Auf dem Seddin See schaukelten sich muntere Segelboote im hellen Sonnenglanze Da wir nur Frühstücksrast hielten, war bald das Essen verzehrt Jetzt forderte unser Führer Glaser einige von den jüngeren Wanderern auf, das herumliegende Papier aufzulesen. Zu ihnen zählte auch der kleine Winterau. Er suchte sich jedoch zu drücken. Es sollte ihm hierfür die gerechte Strafe zuteil werden. Zwei faßten ihn an je eine Hand, zwei an je ein Bein Herr Glaser zählte I (Winterau flehte), Herr G?aser zählte 2 ♦ Winterau weintet, Herr Glaser zählte 3 (Winterau brüllte). Ein Schwung, ein Schrei. Winterau stürzte un~ freiwillig den Berg herab, machte einen wunderbaren Kopfstuiz, eine komische Verbeugung und trottete nach unten. Schließlich erhob sich ein allgemeines Gelächter, in das Winterau aus der Tiefe mit einstimmte. - Unterdessen waren noch mehrere Knaben den Hügel heruntergeeilt und bemühten sich., vergeblich, wieder hinaufzukommen. Wir, die wir auf der Höhe standen, belustigten uns zuerst darüber, kamen ihnen aber später zu Hilfe Wir bildeten eine lange Kette bergab. Es hängten sich die anderen an und wurden mit vereinte** Kräften wieder heraufgeholt.

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