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Blau-Weiss-Blätter · 1913-05-01 · 2 (5.1913) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1913-1914)
Issue
2 (5.1913)
Date
1913-05-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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ßlau-Weiß-BJätter 7 Sonne bedeckte sich eine Zeitlang mit Wolken. Die dadurch eintretende Verdunkelung und kleine Abkühlung erregten bei manchen Wanderern das Geiühl, es sei schon spät am Nachmittag; dabei war es erst ungefähr 12 Uhr, und mancher dachte daran, wie lange er noch am Tage wandern mußte — aber halt! Ich will nicht falsch verstanden werden; ich will nicht etwa sagen, daß einer gedacht hätte: wann hören wir endlich auf zu wandern und gehen zu „Bett"; wer so etwas von unseren jüdischen Wanderern dächte, würde sich wohl ihren glühenden Haß zuziehen. Vor einem alleinstehenden Hause, in dessen N'ähe sich , ein Brunnen befand, lagerten wir uns wieder und verzehrten unser Mittagessen. Wir gingen dann weiter und erreichten schließlich Rheinsberg, die Stadt, die Friedrich der Große so sehr liebte, weil sie wundervoll gelegen ist, und weil er an sie durch viele Erinnerungen aus seiner Kronprinzenzeit geknüpft war. Ein Teil von uns, darunter besonders die Kleineren, zog es nun vor, den letzten Teil des Weges, von Rheinsberg bis Zechlin, im Motorboot zurückzulegen; Dr. Weißenberg jedoch und sechs Wanderer gingen zunächst nach dem Schloßpark. Es wurden das Schloß und die anderen Sehenswürdigkeiten besichtigt und von einem Wanderer einige photographische Aufnahmen gemacht. Dann marschierten wir nach Zechlin. Das Wetter wurde immer kühler und der Wind immer frischer, und in demselben Maße wurde auch unser Tempo immer rascher. Wir schnitten auch ein bedeutendes Stück des Weges ab und kamen um V48 Uhr in Zechlin an, wo wir im Wirtshaus noch etwa 3A Stunden auf die Motorbootfahrer warteten. Der Wirt, bei dem Quartier bestellt worden war, halte uns wegen Ueberfüllung auf die umliegenden Privathäuser verteilt: so suchte denn jeder bald sein Quartier auf, aß dort sein Abendbrot und legte sich zu Bett, um seine wohlverdiente Ruhe zu genießen. Nur ich und zwei andere, ältere Wanderer, gingen nach der Veranda des Wirtshauses, in der einige fremde AVandervögel bei einer „Weißen* frohe Lieder mit Musikbegleitung sangen. Ein^Rundgesang* machte die Stimmung immer heiterer, und kleine Gesäuge, von einzelnen gesungen, die eine witzige Bemerkung über irgend etwas Naheliegendes, meist über einen der Anwesenden, enthielten, folgten aufeinander. Auch auf uns dichteten sie solche lustigen Lieder, und wir hörten ihnen,bis II Uhr zu. Dann durchsuchten wir noch einmal fast den ganzen Ort mit Taschenlampen nach einem Briefkasten, den wir auch schließlich fanden, und gingen um 12 Uhr in die „Klappe", Ich habe noch über einen Erfolg des Wanderbundes ai berichten. Ich glaube, es war hinter Rheinsberg, als wir einen Herrn und eine Dame trafen. Der Herr sprach Dr. Wellenberg an» fragte ob wir der J, WVB. „Blau-Weiß" seien, freute $ieh

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