Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Volume
- 1931-1932
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 145)
- Language
- German
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Die staatlichen und wirschaftlichen Umwälzungen im Osten und Süd- Osten Europas und die daraus folgende Not der Nachkriegszeit, die besonders schwer auf der jüdischen Bevölkerung dieser Gebiete lastet, sowie verschiedene Beschränkungen der jüdischen studierenden Jugend, offener und versteckter Numerus clausus usw., haben viele jüdische junge Menschen gezwungen, Deutschland, als das nächstliegende und kulturell hochstehende Land, aufzusuchen, und hier ihr Studium zu beendigen. Diesen allen geistig und materiell zu helfen, ist hauptsächlichste Aufgabe des Vereins. Er hat zum Ziel die Zusammenfassung aller jüdischen Studierenden der Leipziger Hochschulen 1. zur Förderung jüdisch-kultureller und allgemein-geistiger Arbeit, 2. zur Wahrung ihrer akademischen Interessen, 3. zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interessen aller Art und 4. zur Pflege der Geselligkeit. Zu diesem Zwecke veranstaltet der Verein von Zeit zu Zeit Vorträge bekannter Persönlichkeiten, unterhält eine Bücherei und hat zur allgemeinen Benutzung zahlreiche lokale und jüdische Zeitungen. Dank der Mithilfe der jüdischen Gesellschaft Leipzigs und der Subvention des „Verbandes Jüdischer Studentenvereine in Deutschland", ist es dem Verein im Laufe seiner Existenz gelungen, einer größeren Anzahl jüd. Studenten die Beendigung ihres Studiums zu ermöglichen, durch Erteilung von Stipendien und Gewährung eines Freitisches in der Mensa des Vereins. Besonders verdient um den Verein hat sich Rabbiner Dr. Felix Goldmann, Leipzig, gemacht, der in jahrelanger, aufopferungsvoller Arbeit, als Leiter der jüdischen Studentenhilfe an der Leipziger israel. Gemeinde, den Verein in seinen Bestrebungen in jeder Weise unterstützt und fördert. Seit dem 1. Januar 1930 hat auch unser Gönner M. Nussenow, Leipzig, der seit Jahren unseren Verein mit einer regelmäßigen Unterstützung bedachte, die volle Erhaltung unserer Mensa übernommen. Die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre in Deutschland hat es mit sich gebracht, daß die Zahl der ostjüdischen Studenten in Deutschland und somit auch in Leipzig im steten Sinken begriffen ist. Verschiedene Vereine Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Leipzig. Geschäftsstelle: Leipzig-CI, Petersstraße 22, IL Fernsprech-Nr. 70251. Postscheckkonto: Leipzig Nr. 9639. 1. Vorsitzender: Rechtsanwalt Dr. Alfred Jacoby, Leipzig-Cl, Petersstr. 22. 2. Vorsitzender: M. Hirschfeld, N22, F3reitenfelderstr. 31. 1. Schriftführer: Julius Koppenheim. 2. Schriftführer: Max Jaffe. 1. Kassierer: Kurt Zellner. 2. Kassierer: Albert Bergmann. Beisitzer: Bruno Cohn, Julius Heinau, Jakob Mendel, Fred Urbach, S.Vogel. Gründlingsjahr des Bundes, Sitz Berlin: 1919. Gründungsjahr der Ortsgruppe: 1920. 10 145