Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Volume
- 1931-1932
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 146)
- Language
- German
- Belongs to
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Zweck und Ziel: Der R. j. F. tritt ein für Ehre, Leben und Eigentum der deutschen Judem Er weiß sich gegen Angriffe von antisemitischer Seite mit allen gesetzlichen Mitteln zu wehren. Der R.j.F. tritt ein für eine gerechte Würdigung der Leistungen der jüdischen Kämpfer im Weltkriege. Der R.j.F. tritt ein für eine allgemeine sportliche Ertüchtigung seiner Mitglieder und der jüdischen Jugend. Der R. j. F. tritt ein für eine Umschichtung der einseitigen Berufsverteilung durch Ausbildung jüdischer junger Leute zu Handwerkern und Landwirten. Der R. j. F. tritt ein für straffe Selbstzucht und Einfachheit der Lebensführung. Der R. j. F. tritt ein für einen Ausgleich der innerjüdischen Gegensätze, durch Wahrung strengster Neutralität und hat in seinem Reihen Mitglieder aller jüdischen Parteien. In parteipolitischer Beziehung ist er gleichfalls vollkommen neutral. Die Tätigkeit der Ortsgruppe Leipzig ist seit Bestehen sehr rege. An jedem zweiten Montag im Monat finden Mitgliederversammlungen statt, in denen prominente Redner in belehrenden und unterhaltenden Vorträgen zu Zeitfragen Stellung nehmen. Außerdem finden alljährlich während der Leipziger Messen gesellschaftliche Veranstaltungen statt, die der Pflege der Kameradschaft unter deri Angehörigen des Bundes gewidmet sind. Besonderer Beliebtheit erfreut sich in allen jüdischen Kreisen das traditionelle Winterfest der Ortsgruppe, das als Wohltätigkeilsveranstaltung zugunsten des Unterstüzungsfonds für die kriegsbeschädigten Kameraden der Ortsgruppe und die Kriegerwitwen- und Waisen aufgezogen wird. Die intensive Abwehrtätigkeit der Ortsgruppe hat im Laufe der Jahre viele Erfolge gezeitigt, auf die an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden kann. Erwähnt sei nur der Ordnungsdienst, der von der Ortsgruppe während der hohen Feiertage, bei jüdischen Wahlen und bei sonstigen Anlässen geleistet wird. Bund jüdischer Frontsoldaten der ehem. österr.-ung. Armee zu Leipzig. Geschäftsstelle: Hugo Fechner, Leiipzig-CI, Johannisplatz 5, Fernsprech- Nr. 15669. Vorsitzender: Hugo Fechner. Weitere Mitglieder des Vorstandes: Willy Seemann, Jean Berger, Michael Migdin, Salo Rosdeutscher, Julius Kalmann, Josef Einhorn, Gelb. Der Bund jüdischer Frontsoldaten wurde im Jahre 1923 gegründet. Zweck und Ziel: Der Bund bezweckt den Zusammenschluß der jüdischen Frontsoldaten Oesterreich-Ungarns zur Wahrung der gemeinsamen Interessen, insbesondere zur Abwehr aller der Angriffe, die auf eine Herabsetzung ihres Verhaltens im Kriege hinzielen. Im übrigen hat der Bund die gleichen Ziele des R.j.F., mit dem er bisher stets in der Abwehr nach außen gemeinsam arbeitete. Außerdem gehört der Bund der Union deutschösterreichischer Juden in Wien an. Gründer waren Hugo Fechner, Michael Ziege und Willy Seemann unter Beteiligung des R.j.F. 1#