Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Volume
- 1931-1932
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 120 (sequence 120)
- Language
- German
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Leitung: Gemeinderabbiner Dr. Ephraim Carlebach. Lehrerkollegium: Professar Dr. Menzel, Dr. Albrecht, Dr. Lipschütz, Dr. Kohn, Dr. Oppenheimer, Dr. Oschatz, Dr. Rosemblatt, Schereschewsky, Werczberger, Jaffe, Löwy, Mewes, Mayer, Niederland, Wünsche, Schwind, Steinberg, Frau Dr. Kahn, Frl. Carlebach, Frl. Schäfer, Frl. Kanner, Frl. Sigall. Die Schule wunde 1912 gegründet, seit 1922 besitzen die von ihr ausgesteinten Reifezeugnisse staatliche Anerkennung. Die Zahl der Zöglinge, die von 290 am Anfang bis zum Jiahre 1925 auf über 700 gestiegen war, hat sich in den letzten Jahren unter dem Drucke der wirtschaftlichen. Verhaltnisse verringert und beträgt gegenwärtig 475. Das, Pensum ist das der öffentlichen sächsischen Realschulen verbunden mit intensivem jüdischen Religionsunterricht. Schule für die hebräische Sprache und Literatur „Techijja" in Leipzig. Pfaffendorfer Str. 411. Fernsprech-Nr. 17069. Leiter: Dr. M. Woskin-Nahartabi. Die Schuflc für die hebräische Sprache und Literatur „Techifit" hat sich als Ziel gesetzt die größtmögliche Verbreitung und Vertiefung des klassischen und lebendigen Hebräisch, sowie die Pflege der alten und neuen hebräischen Literatur. Die Schätze der hebräischen Literatur sollen der Jugend durch das lebendige, gesprochene Hebräisch vermittelt werden. Die Unterrichtssprache an der ,,Techijja"-(Renaissance-)Schule ist daher die hebräische selbst und zwar in der sefardischen Aussprache. Die Schule erstrebt die Erziehung der Jugend im Gedanken der jüdischen Wiedergeburt im kulturellen, religiösen und nationalen Sinne. Die Unterrichtsfächer an der „Techijja"-Schule sind daher: die lebendige und klassische hebräische Sprache, Grammatik, Stilkunde, Bibel, Mischna, Aggada, Talmud, mittelalterliche und moderne Literatur, jüdische Geschichte, Religionsgeschichte, Volkskunde und Palästinakunde. Die ,,Techijja"-Schule umfaßt: 1. Die Nach mittagsschule („Beth sefer") selbst, bestehend aus sieben Klassen für Kfrider im Alter von 6—17 Jahren. Jede Klasse hat wenigstens »an zwei Nachmittagen in der Woche (15—19) je zwei Stunden Unterricht. Als Lehrkräfte kommen nur an Palästinenser Lehrerseminaren ausgebildete und im Palästinenser Schuldienst erprobte Lehrer und Lehrerinnen in Betracht. 2. Für die schulentlassene Jugend und für Erwachsene bestehen volkshoohschuhnäßig eingerichtete Abendkurse Schiurim ligedolim) (\9 bis 21 Uhr). Die% Unterrichtsfächer sind: Konversation, Grammatik, alte und neue Literatur. 3. Als Vorstufe für die Schule ist der hebräische Kindergarten („Gan jdadim ibbri") gedacht für Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren. Der Methode, nach der im hebräischen Kindergarten gjspielt und gearbeitet wird, sind die dem jüdischen Volks- und ReligionschaTakter angepaßten Prinzipien» von Fröbel und Montessori zugrunde gelegt. Der Kindergarten wird von perfekt ausgebildeten und erfahrenen hebräischen Kindergärtnerinnen geführt und steht unter steter ärztlicher Aufsicht. Mit den Kindfern wird täglich außer Sabbath und Sonntag von 9 bis 12 lA Uhr in luftigen und hygienisch gepflegten Räumen (bei schönem Wetter im Freien) gespielt. 120