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Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine · 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 119

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
Volume
1931-1932
Date
1931-01-01
Page
Seite 119 (sequence 119)
Language
German
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Der Beruf der technischen Assistentin an medizinischen Instituten Die Tätigkeit der technischen Assistentin geht in ihren Anfängen etwa 40 Jahre zurück und hat besonders während des Krieges außerordentliche Bedeutung gewonnen. Zuerst regelte Preußen diese Ausbildung durch ministerielle Verordnung vom August 1924 und führte eine Staatsprüfung als Abschluß ein. 1926 folgte Thüringen, 1927 Sachsen, 1928 Hamburg, 1929/30 Bayern, Baden, Hessen. Die Gesamtausbildung in Preußen und den übrigen Bundesstaaten umfaßt 3 Jahre, in Sachsen z. Zt. noch 2 Jahre, wovon je die letzten 6 Monate auf ein klinisches Volontariat entfallen. Die Ausbildungsfächer sind in allen Bundesstaaten gleichmäßig festgelegt: A) Vorlesungen: Anorganische und organische Chemie nebst analytischer Chemie und logarithm. Rechnen, Physik, Anatomie mit anatom. Mikroskopie, (Histologie), Physiologie mit klin. Chemie, allgemeine Bakteriologie iParasitologie) und Serologie, Röntgenologie und Photographie. B) Die praktischen Uebungen nehmen den größten Teil der Ausbildungszeit ein und erstrecken sich auf: Analytische Chemie (qualitat. Gewichts- und Maßanalyse), klin. Chemie und Mikroskopie (Blutstatus usw.), ehem. Mikrobestimmungen (Blutzucker, Reststickstoff u. a. m.), Phototechnik (Makro-Mikro- und Farbenphotographie, Reproduktionen, Diapositive usw.), Röntgenologie (Diagnostik, Aufnahmen von Skelett-Teilen und Organen nebst Durchleuchtung), Bakteriologie (Parasitologie), Herstellung und Ausfärbung von Präparaten, Serologie (Wassermann Reaktion u. a.m.), Histologie (mikroskop.-anatom. Technik, Gefrierschnitte, Paraffin- und Zetloidinschnitte von Organen, Geweben u. a. m., Ausfärbungen und Fertigstellungen histolog. Präparate). Diese Ausbildung muß mit der größten Sorgfalt durchgeführt werden; ganz besonderer Wert ist jedoch auf die Wahl der Ausbildungsanstalt zu legen; hierbei sollten die zuständigen Berufsberatungsstellen vor der endgültigen Entscheidung unbedingt befragt werden. Als Schulvorbildung wird Lyzeal- oder Obersekundareife d. h. abgeschlossene mittlere Reife verlangt; die Ausbildung schließt mit einem Staatsexamen ab. Die tarifmäßigen Anfangsgehälter betragen ca. 200 Mark monatlich. Anstellung erfolgt in Kliniken, Sanatorien und bei Aerzten. Der Beruf der wissenschaftlichen technischen Assistentin ist nicht zu verwechseln mit der viel geringeren Ausbildung und Besoldung als Sprechstundenhilfe. StaatL anerk. Dr. Ende's Höhere Lehranstalt für Chemie, Bakteriologie, Röntgen, Leipzig StaatL anerk. für technische Assistentinnen an med. Instituten mit Staatsexamen Ausbildung von Damen und Herren: 1. zu Analytikern (innen) der chemischen Industrie; 2. zu technischen Assistentinnen an medizinischen Instituten mit Staatsexamen. 2 jährige Ausbildung. Für Sohne von Industriellen chemisch - wissenschaftliche Berufsgrundlage. Semesterbeginnx April und Oktober. - Prospekt „55" mit Vorlesungsverzeichnis frei durch die Verwaltung, Leipzig, Kmilienstratie 13. 119

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