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Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine · 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 96

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
Volume
1931-1932
Date
1931-01-01
Page
Seite 96 (sequence 96)
Language
German
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IRI
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selbst teilweise Mitglieder der Poale-Zion, stehen jedenfalls in enger politischer und persönlicher Fühlung mit dieser. Auch für den Palästina-Arbeiterfonds, das spezielle Finanzinstrument der Histadruth, setzt die Leipziger Poale-Zion ihre Kräfte ein. Einen wichtigen Raum nimmt die Qemeindearbeit ein und in Verbindung damit die jüdische Sozialarbeit. Da in der Leipziger jüdischen Gemeinde bis jetzt, da dieser Bericht geschrieben wird, ein Wahlrecht herrscht, das Stimmen von Reichsdeutschen gegenüber den Stimmen von Nichtreichsdeutschen ein vervielfachtes Gewicht gibt, so gilt die Gemeindearbeit der Poale-Zion in erster Linie der Herbeiführung des allgemeinen gleichen Wahlrechts, das ihre Arbeitsmöglichkeiten außerordentlich verstärken muß, ja vielfach als Voraussetzung einer positiven sozialen und jüdischen Arbeit angesehen wird. Sie führt diesen Kampf um das gleiche Wahlrecht zusammen mit anderen jüdischen Gruppen, von denen sie im übrigen getrennt auch im Gemeindeleben ihre sozialistische Eigengesetzlichkeit entwickelt. In der Sozialarbeit ist es u. a. die Frage des jüdischen Arbeitsnachweises, der Berufsberatung, der Fürsorge, der Wanderunterstützung, der der jetzige einzige Gemeindevertreter der Poale-Zion, Ello Seiinger, seine Aufmerksamkeit zuwendet. Auch im jüdischen Erwerbslosenausschuß sind Poale-Zionisten für Arbeitsbeschaffung tätig. Die politische und kulturelle Erziehung, insbesondere der jüdischen Angestellten, macht sich die Kulturarbeit der Poale- Zion, die in Form von Kursen und Vorträgen geleistet wird, zum Ziel. In der jüdischen Arbeiter-Turn- und Sportbewegung arbeiten Mitglieder der Poale-Zion. Eine besondere Poale-Zion-Jugend, die die jüdische Angestellten- und Arbeiter-Jugend erfaßt wie in anderen Städten, besteht im Augenblick noch nicht. Der Jungjüdische Wanderbund, dessen Erziehungsziel die berufliche Umschichtung und Chaluziuth der jüdischen Jugend ist, wird von der Poale-Zion in seiner Arbeit unterstützt. Die Palästina- und die Galutharbeit werden von der Poale- Zion nicht als Gegensätze, sondern als zwei Seiten der notwendigen jüdischen Volksarbeit angesehen, und diese Arbeit wird im Sinne des sozialistischen Klassenkampfes, auf allen Fronten geleistet, an denen jüdische Proletarier als Zionisten und Sozialisten stehen. 96

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