Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Volume
- 1931-1932
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 95)
- Language
- German
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ersten „Kwuzoth" wurden gebildet. Ursprünglich die Beteiligung am zionistischen Kongreß ablehnend, änderte die Poale- Zion nach dem Kriege unter dem Eindruck der gewaltigen Aufgaben, die sich der gesamten zionistischen Bewegung stellten, ihre Haltung, und seitdem ist die Poale-Zion auf jedem zionistischen Kongreß mit Delegierten aus fast allen Ländern jüdischer Siedlung vertreten, besonders stark aus Palästina, deren jüdische Arbeitergewerkschaft, die „Histadruth" in engem Kontakt mit der Poale-Zion-Weltbewegung steht. Die Poale-Zion ist als selbständige palästinensische Sektion der Arbeiter-Internationale angeschlossen und führt dort durch ihren Vertreter Kaplansky einen Kampf für die Interessen der jüdischen Arbeiter, speziell für die politische Förderung des Palästina-Aufbaues und der jüdischen Minderheitsrechte im Osten Europas. Im Kriege reichte die Poale-Zion den Vertretern der Internationale ein Memorandum „Die Juden im Kriege" ein, worin gegen die unsäglichen Verfolgungen der Kriegsbehörden das Gewissen der Welt aufgerufen und für Förderung des jüdisch-sozialistischen Palästinagedankens eingetreten wurde. Auch in Leipzig, wo die Poale-Zion in ihrem Borochovheim über ein wichtiges kulturelles Zentrum für die jüdischen Arbeiter und Angestellten verfügt, steht sie in guter Verbindung mit der Leipziger Sozialdemokratie, die für Kurse und Versammlungen, aber auch für wichtige politische Aktionen der Poale-Zion Redner zur Verfügung stellt. Die Leipziger Gruppe der Poale-Zion ist erst nach dem Kriege mit der Ansiedlung ostjüdischer Sozialisten in Leipzig entstanden; später kamen westjüdische Mitglieder hinzu. Allmählich wurde die Arbeit und Propaganda der Poale-Zion auch stärker in deutscher Sprache geführt, wenn auch in Kundgebungen die Redner häufig die jiddische Sprache bevorzugen. Im Jahre 1928 erschien unter der Leitung von Elieser Schächter und Jakob Blauner eine wöchentliche Zeitung in deutscher Sprache — das Jüdische Volksblatt —, das poalezionistische Gedankengänge vertrat. An der Palästina-Arbeit, die vorwiegend von der Zionistischen Ortsgruppe geführt wird, nehmen Mitglieder der Poale-Zion aktiven Anteil, sowohl an der praktischen Arbeit für die zionistischen Fonds, den Keren Kajemeth und den Keren-Hajessod, als auch an der Chaluzarbeit. Die Chaluzim, 95