Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Volume
- 1931-1932
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 92)
- Language
- German
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Der Ausbau der Organisation nach der ersten Kn. Oed. war allenthalben spürbar, die Zahl der Anhänger und Freunde wuchs, Agudas Jisroel Jugendorganisationen, geschaffen für die schulentwachsene Jugend, entstanden, den Sammelpunkt der traditionstreuen Kreise bildend, lernend, lehrend und sich selbst für die große Aufgabe erziehend „die Bereitstellung des jüdischen Volkes und des jüdischen Landes zu ihrer Wiedervereinigung unter der Herrschaft Gottes" durchzuführen. Es verdient als erfreuliche Tatsache erwähnt zu werden, daß die Jugendorganisationen trotz mannigfacher Schwierigkeiten nie versagt haben, eigene Wünsche oft zurückstellend, um treu zu ihren Führern zu stehen. Im Jahrfünft von 1924—1929 hat es an mancherlei Rückschlägen nicht gefehlt, sie betrafen indes nicht die innere Struktur der Bewegung. Es waren sekundäre Momente, mißliche wirtschaftliche Ereignisse, die besonders im letzten Jahre die ursprünglich vorhandene intensive Hingabe der Einzelnen an die großen Aufgaben beeinträchtigte. Diese Erschlaffung ist jedoch eine auch in anderen Organisationen festzustellende und keine spezifische. Es kann kein Zweifel sein, daß Minderung der finanziellen Leistungsfähigkeit die Durchführbarkeit jedes umfassenden Programms begrenzt und Depressionen auszulösen geeignet ist. Um so mehr verdient die Opferfreudigkeit Einzelner gebührend hervorgehoben zu werden. Mit einiger Besorgnis ging man deshalb an die Frage der zweiten K n e s s i o Oedauloh, die satzungsgemäß 1929 einberufen werden mußte. Der Enthusiasmus der Massen siegte und im Ellul 5689 traf man sich wiederum in Wien. Die gehobene Stimmung umdüsterten die tragischen Ereignisse in Erez Jisroel. Gerade war die Blüte unserer Jugend in ihren Reifejahren iügen- und boshafter Verhetzung zum Opfer gefallen. Die Berichte anwesender Augenzeugen der Pogrome wirkten erschütternd. Großzügige Hilfe war vonnöten, mehr als durch Resolutionen sollte durch Bereitstellung hinreichender Mittel, selbst in diesen kritischen Zeiten, die Liebe zum heiligen Lande bezeugt werden. Das war der Gedanke, der der bald einsetzenden Sammelparole zu Grunde lag. Neben Palästinafragen harrte eine ganze Reihe von Sonderproblemen der Behandlung durch die II. Knessio. Die Beteiligung an der Jewish Agency erforderte lange Beratun- 92