Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Volume
- 1931-1932
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 28)
- Language
- German
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Tiefe seiner Kenntnisse in wissenschaftlichen Schriften niederzulegen. Gleichwohl ist die Wirkung seiner Gelehrsamkeit nicht unverwertet geblieben, indem sie der wissenschaftlichen Literatur seiner Schüler zugute kam. — Soll die Arbeit und die Leistung jüdischer Gelehrter, die in Leipzig gelebt und gewirkt haben, voll gewürdigt werden, so müßte — was den Rahmen der vorliegenden Abhandlung weit überschreiten würde — nicht nur die Zahl derer, die die jüdische Wissenschaft gefördert haben, ganz erschöpft werden, es müßte auch darauf hingewiesen werden, daß es in Leipzig Männer und Frauen genug gegeben hat, die auf dem Gebiete der Wissenschaft im Allgemeinen bedeutende, oder zum wenigsten beachtenswerte Leistungen aufzuweisen haben. Auch gegenwärtig leben in Leipzig Mitglieder unserer Gemeinde, die auf dem einen wie dem anderen Gebiete sich Ansehen und Achtung und Verdienste erworben haben. Es wird Aufgabe weiterer Darstellungen sein, eine Vollständigkeit solcher Würdigung herbeizuführen. Soviel aber dürfte nach dem hier Gegebenen erhellen, daß unsere Gemeinde mit zufriedenem Bewußtsein sich einer ganzen Zahl von Namen rühmen darf, die als geistig bedeutsame Persönlichkeiten unserer Gemeinde Glanz verliehen haben. Stets hat es als ein besonderes Ruhmesblatt einer jüdischen Gemeinde gegolten, wenn in ihr Männer von geistiger Bedeutung lebten und wirkten. Auch Leipzig zählt zu ihnen, und sollte dessen sich jederzeit bewußt bleiben und das Andenken ihrer Großen in Ehren bewahren. — Aus dem jüdischen Leipzig der Jahrhundertwende Erinnerungen von Saul Lilienthal, Wiesbaden Vor einem Menschenalter kam ich als junger Lehrer nach Leipzig. Am 18. Mai 1897 sah ich die Stadt zum ersten Male, die seit Goethes Zeit die Buchmetropoie der Welt, die mitteleuropäische Zentrale des Rauchwarenhandels, die Stadt der internationalsten Messe geworden war: aus einem Klein-Paris ein Groß-Leipzig. Farben- und formenreich zeigte das Rathaus am Marktplatz, zwar schlecht gepflegt, doch den gepflegten Geschmack bürgerlicher Kultur der Lutherzeit. Stolz und über- 28