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Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine · 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 27

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
Volume
1931-1932
Date
1931-01-01
Page
Seite 27 (sequence 27)
Language
German
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den Nachweis zu führen, daß die Grundidee der Schopenhauerschen Philosophie mit dem Judentum vereinbar sei. Infolge seines Entwicklungsganges interessierte ihn daneben insbesondere die englische Literatur (1853 veröffentlichte er: Englands Dichter und Prosaisten der Neuzeit). Ganz besonders aber war er ein Kenner der Shakespeare-Literatur und ist, abgesehen von einer Reihe von rein literarischen Arbeiten, in Aufsätzen einer judenfeindlichen Deutung Shakespeares entgegengetreten. (Beispielsweise in den Blättern für literarische Unterhaltung 1877 und in der AZJ. 1881). Selbständige jüdische Schriften hat er in ganz jungen Jahren in England veröffentlicht: Outlines of the Jewish Religion, London 1845; Derek emuna. The Way of Faith, transl. from the fifths german Edition. „The abriged Bible" of Dr. M. Büdinger, London 1848. Asher hat sich übrigens auch sonst in Leipzig Verdienste erworben: er gehörte mit zu den Begründern des Kaufmännischen Vereins, des Schriftstellerverbandes und der Börsenhalle. Er starb am 2. Dezember 1890. Von den nicht mehr lebenden Förderern jüdischer Wissenschaft sollte in vorstehender Studie gesprochen werden. Wir möchten die hier vorgeführte Reihe — die, das sei nochmals betont, keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann — nicht abschließen, ohne noch eines jüdischen Gelehrten zu gedenken, von dem zwar keinerlei eigene wissenschaftliche Veröffentlichung vorliegt, der aber ungemein befruchtend durch seine jüdische Gelehrsamkeit gewirkt hat: Professor Israel Issar Kahan. Am 17. September 1858 in Nowogrodok (Gouv. Minsk) geboren, siedelte er in jungen Jahren nach Leipzig über, wurde — als erster an einer deutschen Universität überhaupt — Lektor für spätjüdische Wissenschaft an der Leipziger Universität. 1918 erhielt er den Professorentitel. Er starb am 16. Januar 1924. Wie Kahan sehr früh in Mitarbeit mit Franz Delitzsch an dessen Schriften nicht ohne Anteil blieb, so hat er im Laufe seiner vieljährigen Tätigkeit einer großen Zahl von Studierenden bei ihren in das Gebiet der talmudischen Disziplinen fallenden wissenschaftlichen Arbeiten anregend und beratend zur Seite gestanden und hat auch häufig Gelegenheit gehabt, Universitätslehrern der theologischen Fakultät mit seinen umfassenden Kenntnissen des Talmud wertvolle Hinweise zu geben, die einer klareren Erfassung des Judentums im neutestamentlichen Zeitalter außerordentlich dienlich gewesen sind. Kahan hat sich nie dazu entschließen können, seine außerordentliche Fülle des Wissens und die 27

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