Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Volume
- 1931-1932
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 26)
- Language
- German
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renden Persönlichkeiten der Leipziger Gemeinde stand. Ihn verband Freundschaft in gleicher Weise mit dem Gemeindevorsteher Moritz Kohner (dem Gründer des D. J. G. B.), und Jakob Nachod, dem gleichfalls verdienstvollen Vorsteher der Gemeinde, wie mit dem schon erwähnten Rabbiner der Brodyer Synagoge, Rabbi Simon Horowitz; auch mit den Familien Bodek, Heilprin, Kalir, Bick. Toprower, Finkelstein u. a. Seine erste Veröffentlichung dürfte wohl die Schrift über „die Vergangenheit und Gegenwart im Judentume" (1846) sein, die zuerst als Aufsatzreihe im Literaturblatt des „Orient" erschien. Auch Mieses war Mitarbeiter in den ebengenannten hebräischen Zeitschriften, in denen er sich vielfach mit Zeitgeschichte, insbesondere mit geistig führenden Juden beschäftigte. Auch Gedichtsammlungen hat Mieses herausgegeben (Nachalath z'bi, der dichterische Nachlaß von Z'bi Löbel Aschkenasi; eine weitere Gedichtsammlung K'buzath Schirim hinterließ er druckfertig). In anderen Schriften beschäftigte er sich mit philosophischen Erörterungen, so: in Hamelitz (1868) Milchamath ha-Dath, Koroth ha- Philosophia ha'Chadaschah (Geschichte der Philosophie von Bako v. Verulam bis auf die neuere Zeit in faßlicher Darstellung). Ein besonders eigenartiges Werk ist ha-Emuna w'ha-Tbuna, schir maskil, eine poetische Darstellung über den Darwinismus und seine Gegner, eine Arbeit, die von der Kritik seiner Zeit eine sehr günstige Beurteilung erfuhr (1878). Im Manuskript hinterließ er eine gleichfalls recht interessante Schrift: Taatne ha-Mizwoth, eine auf neuesten ägyptologischen Studien beruhende Erklärung pentateuchischer Ge- und Verbote. Neben diesen Gelehrten, deren wissenschaftliche Arbeit sich ausschließlich oder doch fast völlig auf jüdisch-wissenschaftlichem Gebiete entfaltete, ist einer zu nennen, dessen wissenschaftliches Werk vorzugsweise allgemeinen Forschungen galt und nur zu einem geringen Teile der jüdischen Wissenschaft zugute kam. Dr. David A s h e r (geboren am 8. Dezember 1818 in Dresden). Nach einer fast abenteuerlich anmutenden Entwicklung übernahm er Dezember 1853 eine Stellung als Lehrer für englische Sprache an der Leipziger öffentlichen Handelslehranstalt, die er bis Dezember 1860 innehatte. Als Lehrer des Englischen war er auch weiterhin in Leipzig tätig. Die von ihm veröffentlichten Schriften haben das Gebiet der Philosophie und Literatur zum hauptsächlichsten Inhalt. In seinen philosophischen Schriften zeigt er sich als Anhänger Schopenhauers (mit dem er übrigens auch in Briefwechsel stand) und versuchte auch 26