Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Volume
- 1931-1932
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 25)
- Language
- German
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in Budikau [Böhmen], gestorben 17. Juni 1906), der seit 1863 in Leipzig wohnte, nachdem er 1857—1862 in verschiedenen Städten Böhmens als Rabbiner gewirkt hatte. Aus der großen Reihe seiner Schriften sei hier vor allem auf die vielbeachteten sprachlichen Arbeiten hingewiesen. Eine aramäische Grammatik, eine Talmudische Chrestomathie, Hebräische Unterrichtsbriefe. Auch eine „Biblisch-talmudisch-rabbinische Blütenlese mit Uebersetzungen und Erklärungen .... als allgemeine Kulturgeschichte für gebildete Leser und höhere Lehranstalten (Leipzig 1878) gehört hierher. Aus diesen Titeln erhellt, daß Fischer besonders an Verbreitung von Wissen über das Judentum interessiert war. Darauf zielte auch ein Vortrag „Talmud und Schulchan aruch", den er 1891 für den Leipziger Antisemitenverein arbeitete (1881 war von ihm erschienen: „Bibel und Talmud in ihrer Bedeutung für Philosophie und Kultur"). Ein namhafter Kenner der rabbinischen und der neuhebräischen Literatur war auch Eisig Freimann (geb. am 9. Februar 1823, gest. 11. August 1885 zu Leipzig). Ein wissenschaftliches Verdienst hat er sich durch die Herausgabe des Werkes Higgajon ha- Nefesch des Abraham ben Chija erworben. Dieses, sowie die von S. L. Rapoport beigefügten Erklärungen des ethisch-philosophischen Werkes versah Freimann mit einer grundlegenden Einleitung und einer Reihe von gelehrten Noten. Ein anderer Förderer der rabbinischen und neuhebräischen Literatur war Hermann Bodek (geb. 27. September 1820 zu Brody, gest. 19. August 1880 zu Leipzig). Viele Jahre bekleidete er. die Stellung eines vereidigten Sachverständigen für Hebräisch beim Königlichen Bezirksgericht in Leipzig. Bodek hat als Mitarbeiter vorzugsweise hebräischer Zeitschriften (Karmel, Hamaggid, Hameliz, Halewonaun u. a.) eine Reihe vielbeachteter, teilweise grundlegender Abhandlungen über rabbinische und geschichtliche Fragen veröffentlicht. An eigenen Schriften, die er veröffentlicht hat, sei auf sein Buch: „Eleh dibre habrith" (Die Worte des Bundes) hingewiesen. Bodek vertritt in seinen Arbeiten eine religiös - freie Richtung, ohne daß er sich von der Tradition völlig lossagt. Er beweist vielmehr eine originelle Auffassung der talmudischen Erörterungen. Eine umfangreiche schriftstellerische Tätigkeit entfaltete der Dichter, Philosoph und Biograph Fabius Mieses (geb. 31. Oktober 1824 in Brody, gest. am 10. Oktober 1898 in Leipzig). 1853 nahm die Familie ihren Wohnsitz in Breslau; seit 1867 wohnte sie in Leipzig, wo Fabius in freundschaftlichen Beziehungen zu den füh- 25