Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Volume
- 1931-1932
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
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Besprechung einer Schrift von Fritz Baer zu Schebeth Jehuda MQWJ. 1924). Aber er ist infolge schwerer Schicksalsschläge mürbe gewesen und hat keinen frohen Lebensabend genießen können. Am 27. August 1924 ist er seiner ihm im Tode vorangegangenen verdienstvollen Gattin in die Ewigkeit gefolgt. — Fürst, Jellinek, Mandelkern und Porges sind Namen von hellem Klang. Sie stehen in den Blättern der jüdischen Qelehrtengeschichte als die Namen hervorragender Förderer jüdischer Wissenschaft durch die Gesamtleistung oder durch ganz große Werke. Neben ihnen stehen noch manche andere Gelehrte, die in Leipzig gelebt und wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht haben. Ausführlicheres über sie wird an anderer Stelle zu berichten sein; der uns hier gegebene Rahmen zwingt, uns bei ihnen auf das Wesentliche zu beschränken. Simon Horowitz ist Verfasser einer Reihe von Schriften vorwiegend talmudischer Art. 1820 in Lupina (Rußland) geboren, besaß er tiefe Kenntnisse der rabbinischen Literatur. Als Flüchtling vor den Judenverfolgungen kam er nach Leipzig und hat hier eine Reihe von Jahren als Rabbiner bei der Brodyer Synagoge fungiert. Er starb am 6. März 1900. Horowitz wurde als eine Talmudgröße in ganz Deutschland anerkannt; seine zahlreichen Schriften auf halachischem Gebiete genossen weitgehende Beachtung, seine hagadischen hohe Schätzung. Von ihm erschienen u. a. Tanja rabbati mit einem von ihm verfaßten Kommentar; Schaar Schim'on, ein Kommentar zum Jeruschalmi (Ausgabe Mainz 1879). Besonders wertvoll ist die von ihm besorgte Ausgabe des Machsor vitry nach der Handschrift der Oxforder Bibliothek (im Verlage des Mekize Nirdamim 1889). Zwei Rabbiner wählten Leipzig als Wohnsitz, nachdem sie aus ihrer rabbinischen Wirksamkeit ausgeschieden waren, und widmeten sich hier gelehrten Arbeiten. Dr. D. Klein (geboren 15. Oktober 1822, gestorben 15. Febiuar 1893) war Rabbiner in Groß - Strehlitz (Oberschles.), Pieschen, Landrabbiner des Fürstentums Lippe- Detmold. Er verfaßte eine Reihe von Schriften, die sich mit der Berechnung des jüdischen Kalenders befassen (Tabelle der Jahre 1865 bis 1920; Inta aruch, Bestimmungen der Fest-, Fast- und Feiertage auf 224 Jahre [Breslau 1864]), aber auch anthologische Bücher: Knospen und Früchte; Aphorismen aus Talmud und Midrasch. Umfangreicher und auch bedeutungsvoller ist die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Bernhard Fischer (geboren 13. Januar 1821 24