Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Volume
- 1931-1932
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 22)
- Language
- German
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kannt; seinen Ruhm verdankt er aber seinen Dichtungen und der Konkordanz. Mandelkern beherrschte die hebräische Sprache, die er ebenso geschickt in Dichtungen verwandte, wie er sie übersetzte. Byrons Gedichte übersetzte er mustergültig ins Hebräische (1890). Ebenso übertug er hebräische Romane ins Deutsche; so A. Mapu's ungemein verbreitetes und beliebtes Erstlingswerk: „Ahawat Zion", das er unter dem Titel „Tamar" (1885) unter seinem eigenen Namen erscheinen ließ, und den anderen biblischen Roman „Aschmath Schomron": „Die Sünde Samarias" (1890). Auch eigene hebräische Gedichtbände erschienen: „Schire sefath ewer" (2 Bände); ein biblisches Poem „Batschewa"; eine satirische Dichtung „Chizzim schinnunim". Mehrere dieser dichterischen Arbeiten führte er in seiner Leipziger Zeit aus; gerade sie trugen nicht wenig zur Verbreitung seines Namens bei. Unvergänglichen Ruhm aber hat ihm die große Bibel-Konkordanz verschafft, die er nach 20 jähriger Arbeit 1896 vollendet sehen durfte. Auch Julius Fürst hatte eine solche Konkordanz gearbeitet, in Anlehnung an die als unzugänglich erkannte Buxtorfsche. Gründliche Durcharbeitung ließ aber eine außerordentlich große Zahl von Lücken, unrichtigen Angaben und Erklärungen erkennen, sodaß die Mandelkernsche Konkordanz eine wichtige Verbesserung darstellte. Seither ist (1926) eine neue Bearbeitung erschienen, in der wohl auch zahlreiche Verbesserungen eintreten mußten. Immerhin zeugt für die bleibende Bedeutung des Werkes von Mandelkern, daß auch die Neuausgabe seinen Namen trägt. Auch an diesem Werk hat Leipzig insofern Anteil, als Mandelkern es während der hier verlebten Jahre erheblich fördern konnte. — Einen nicht minder glänzenden Namen in der jüdischen Wissenschaft besaß und besitzt heute noch Rabbiner Prof. Dr. Nathan P o r g e s, der älteren Generation der Leipziger Gemeinde noch aus seiner fast dreißigjährigen Wirksamkeit als Gemeinderabbiner wohl bekannt. Er war „einer der letzten großen Gelehrten der alten Generation, die in anerkannter und umfassender. Wissenschaft die Lehre Israels mit Ansehen und neuer Würde bekränzten". Am 20. Dezember 1848 in Proßnitz (Mähren) geboren, als Sproß einer hochangesehenen Familie. Seine wissenschaftlichen und rabbinischen Studien betrieb er in Breslau und versah nach deren Abschluß die Rabbinate in Nakel (1875—1879), Mannheim (1879—1880), Pilsen (1880—1882), Karlsbad (1882—1888), von wo er nach Leipzig berufen wurde. 22