Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
- Volume
- 1931-1932
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3140913-3140914--022-3140944- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Bänden heraus (davon die ersten vier noch während seiner Leipziger Zeit: 1853—57). Mit diesen seinen bedeutsamen Leistungen hatte er schnell großes Ansehen gewonnen. Hervorragende Gelehrte wurden seine Freunde: Max Müller, Franz Delitzsch, die Orientalisten Dieterici und Spiegel. Besonders bemerkenswert sind die Beziehungen, die ihn mit dem Prediger an der Universitätskirche Zille und dem Lehrer der Kirchengeschichte der Universität Prof. Niner verknüpften. Es ist nicht verwunderlich, daß die Wiener Gemeinde 1856 für den neuerbauten Leopoldstädter Tempel diesen als Gelehrten wie als Prediger gleich geschätzten Mann zu gewinnen suchte. Jellinek nahm den Ruf ohne Zögern an. So zog Jellinek 1857 nach Wien. Nach J. N. Mannheimers Tod (1864) wurde er dessen Nachfolger und hat seinem Namen bis an seinen Tod (29. November 1893) einen ungewöhnlichen stets wachsenden Glanz bewahrt. Daß dieser Große mehr als ein Jahrzehnt in ihrer Mitte für das Judentum gewirkt, daß seine wissenschaftlichen Leistungen mit dem Namen Leipzig verknüpft waren und bleiben, darf die Leipziger Gemeinde mit besonderem Stolz erfüllen. Einen Anteil an dem gelehrten Schaffen hat Leipzig auch bei Salomo Mandelkern, wenn dieser auch nur wenige Jahre hier gelebt hat. Mandelkern, am 25. April 1846 in Mlynow (Wolhynien) geboren, fand nach dem frühen Tode des Vaters Gelegenheit, sich mit jüdisch-philosophischen und kabbalistischen Werken zu befassen, wodurch er veranlaßt wurde, sich ganz dem Chassidismus zu ergeben. Doch wandelte er sich: nach rabbinischen und orientalistischen Studien und kürzerer rabbinischer Wirksamkeit in Odessa kam er 1880 nach Deutschland, promovierte in Jena und ließ sich 1881 in Leipzig nieder. Hier war er als Lehrer für slavische und orientalische Sprachen und als Dolmetscher am Landgerichte tätig. Schon wenige Jahre später verließ er wieder Leipzig, um als Rabbiner in Belgrad zu wirken. Er starb am 24. März 1902 in Wien. Schon während seiner Dubnoer Lehrjahre veröffentlichte Mandelkern in hebräischen Zeitschriften Aufsätze jüdisch-philosophischen und kabbalistischen Inhalts. In seiner Leipziger Zeit fällt dann eine Arbeit über die Unsterblichkeit der Seele (1882). Diese und andere Veröffentlichungen machten seinen Namen weithin be- 21