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Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine · 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 19

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
Volume
1931-1932
Date
1931-01-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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IRI
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Fürst hat sein Werk wie sein Leben in Leipzig abgeschlossen: am 9. Februar 1873 ist er gestorben. Die Gemeinde hatte den Gelehrten, der sich ihr bald nach ihrer Begründung angeschlossen hatte, 1869 zum Ehrenmitglied ernannt. Sie erwies dem Heimgegangenen alle Ehren. — An Rang und Bedeutung als Gelehrter überragt Fürst ein anderer, der seinen wissenschaftlichen Ruf in Leipzig wohl begründete, den großen Aufbau seines Werkes aber nicht hier vollendete: Adolf J e 11 i n e k. Liegt Fürsts bleibende Bedeutung vornehmlich in dem, was er seiner Zeit gegeben hat, so ist Jellineks wissenschaftliche Leistung weit nachhaltiger; noch heute besitzen viele seiner Arbeiten ihren unverminderten Wert. Jelliuejc war einer jener Großen, die in gleicher Weise ihrer eigenen Zeit wertvoll waren, wie sie Unvergängliches zurückgelassen haben. Adolf Jellinek hatte eine schwere Kindheit und eine'kampfreiche Jugend; es war ihm vom Schicksal nicht leicht gemacht, sich emporzuführen. Am 26. Januar 1821 zu Drslawitz in Mähren (bei Ungarisch Brod) geboren, war er sehr früh verwaist und wurde bei seinen Großeltern in Ung. Brod erzogen. Als Dreizehnjähriger kam er nach Frößnitz zu R. Moses Katz Wannefried. Bei diesem erweiterte er seine Kenntnisse in Bibel und Talmud. Von seiner besonderen Begabung zeugt die Leichtigkeit, mit der er nebenher (bei Dr. Gideon Brecher) in wenigen Monaten französisch und italienisch lernte. 1838 kam er auf das Gymnasium in Prag, legte aber nicht dort, sondern erst 1842 in Leipzig die Maturitätsprüfung ab. Er studierte Philosophie und Orientalistik. Seinen Unterhalt verdiente er sich durch jüdischen Religionsunterricht, den er in Privathäusern erteilte, bis er 1847 bei der kurz zuvor konstituierten Gemeinde als Religionslehrer angestellt wurde, 1848 wurde er auch zum Prediger gewählt und wurde 1849 in dieser Stellung von dem Dresdner Oberrabbiner Dr. Zacharias Frankel, der auch für Leipzig zuständig war, approbiert. Frühzeitig begann auch Jellinek eine rege wissenschaftlichliterarische Tätigkeit zu entfalten. Neben einer regen Mitarbeit an jüdisch-wissenschaftlichen und orientalistischen Zeitschriften hat er eine stattliche Reihe von eigenen Veröffentlichungen aufzuweisen, die einen ungewöhnlichen Reichtum an Kenntnissen zeigen und immer einen sorgfältig arbeitenden, geschickten und packenden Stilisten erkennen lassen, gleich bedeutend als Homilet wie als gelehrter Theologe und Religionsphilosoph. T 19

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