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Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine · 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 17

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine
Volume
1931-1932
Date
1931-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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ihre fortschreitende Befreiung drängte die Juden jener Tage dazu, ihr Judentum mit vollem Bewußtsein leben zu wollen. So entstand die Wissenschaft vom Judentum. Zunz, der Altmeister, der auch das Wort von der „Wissenschaft des Judentums!' geprägt hat, eröffnete den Reigen jener gelehrten Juden, die den Juden lehrten, seihe Literatur zu würdigen, seine Geschichte zu lieben, die Sprache seiner heiligen Bücher in der Schönheit ihres Baues und der Poesie ihrer Ausdrucksmittel richtig zu betrachten, und mit alledem, was ein vertieftes Wissen um die uralten Werte alles Jüdischen aufhellte, auch ein aufrichtiges Verhältnis zur religiösen Lehre der Väter zu gewinnen. Und so entstanden auch jüdische Zeitschriften, die Sprachrohre, mit denen Gelehrte und jüdisch-begeisterte Führer d i e Kreise innerhalb der Glaubensgemeinschaft weiterzuziehen trachteten, die aus eigenem Denken und eigenem Wissen zum Judentum standen. Julius Fürst gebührt das Verdienst, in beiderlei Form mit in vorderster Reihe gestanden zu haben. Er hat eine ungewöhnliche Fülle von Schriften zur. Geschichte des Judentums, seiner Literatur und seiner Lehre veröffentlicht. Er hat, gemeinsam mit den Berlinern Leopold Zunz und Michael Sachs und dem Glogauer Heymann Arnheim (1838) eine Bibelübersetzung herausgegeben. Er schrieb über: Sprüche der Väter (1839); das Buch Jozeroth (als Chrestomathie des schweren Stils der Pijjutim [1852]); Kultur- und Literaturgeschichte der Juden in Asien, ein Band (1849); Geschichte der biblischen Literatur und des jüdisch-hellenistischen Schrifttums (1867—70, zwei Bände); er begann eine Uebertragung von Schriften der mittelalterlichen Religionsphilosophen; es erschien Saadja's Emunoth wedeoth (1845). Weiter verdient neben lexikographischen Werken besonders seine jüdische Bibliographie hervorgehoben zu werden: „Bibliotheca judaica", ein einzigartiges „Bibliographisches Handbuch umfassend die Druckwerke der jüdischen Literatur" (3 Bände, 1849, 1851, 1863). Nicht in der Fülle dieser Werke liegt Fürsts bleibendes Verdienst. Die wissenschaftliche Kritik hat vieles an seinen Veröffentlichungen abgelehnt, manches in ganz schroffer Form; hat die einen als nicht immer zuverlässig, andere als oberflächlich, seine Saadja- Uebersetzung geradezu als „leichtfertig" bezeichnet. Gerechte Würdigung hat jedoch immer anerkannt, daß seine Untersuchungen „unstreitig die Fachwissenschaft gefördert" haben. In einer Zeit, in 2 17

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